|
 |
http://quovadisnak.de.vu/
|
| kontakt zu nak bremgarten/aargau :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
Valentina Newcomer
Anmeldungsdatum: 01.06.2009 Beiträge: 30

|
Verfasst am: 19 Feb 2011 23:54 Titel: Freier Wille |
|
|
| Hallo, ich lese hier in den letzten zwei Jahren ab und zu mit. Bin gläubige Christin - aus Überzeugung ohne Kirchenzugehörigkeit. War eine zeitlang mit einem Amtsträger der NAK in einer festen Beziehung. In dieser Zeit besuchte ich hin und wieder einen Gottesdienst. Stellte für mich sehr schnell fest, wie die Menschen dort mit einem "falschen" Evangelium "geknechtet" werden, meist ohne es überhaupt zu wissen - einfach weil sie nichts anderes kennen. Mein damaliger Freund hatte einen schweren Kampf zu kämpfen - letztendlich die Entscheidung zwischen mir und seiner Kirche. Er sprach selber immer von einer "Entscheidung", die er zu treffen hatte. Nach unserer Trennung - er entschied sich für die Kirche - beschäftigte ich mich noch lange und intensiv mit der Lehre der NAK, den Hintergründen, lernte Aussteiger kennen und durchforschte aus Neugier alles, was ich über diese Kirche erfahren konnte. Ich wollte die Entscheidung meines Freundes verstehen. Und ja, ich habe verstanden, warum er sich für die Kirche entschied - obwohl er vor unserem Kennenlernen und umso mehr nach der Trennung schwer depressiv war. Nur bleibt in mir die Frage - bis heute - hat jemand, der in die NAK hineingeboren wird und zudem von der Persönlichkeit her ein sich stark unterordnender Mensch ist, überhaupt noch einen freien Willen? Kann er eine solche Entscheidung treffen? |
|
| Nach oben |
|
 |
gug Foren-Queen
Anmeldungsdatum: 22.08.2009 Beiträge: 1752 Wohnort: Berlin

|
Verfasst am: 20 Feb 2011 0:11 Titel: |
|
|
Hallo, Valentina,
was meinst du selber: ist dein Freund freiwillig in die Depression zurückgegangen?
Eventuell dachte er, mit diesem Leiden das ewige Leben zu erwerben. Oder aber er ist gegen seine massiven Ängste, die ja den NAKIs von Geburt an eingepflanzt werden, nicht fertig geworden.
Oder der diffizile Einfluss der Familie hat diese Auswirkungen gehabt, da manche NAKIs den Beistand der Familie verlieren können, wenn sie aussteigen.
Es gäbe noch viel Gründe, die alle massiv wirken.
Die Frage ist auch, was verstehst du unter freiem Willen? Ich glaube, niemand hat einen freien Willen, sondern richtet sein Handeln nach erlernten und ererbten Mustern aus, die je nach lokaler Herkunft, Bildung, Religion der Eltern, sozialem Umfeld, Erziehung, Charakter, Gesundheit, innerer Überzeugung, Vorurteilen und weiteren Faktoren gebildet werden. Er ist nur innerhalb bestimmter Grenzen frei. _________________ Imagine there's no Heaven
It's easy if you try
No Hell below us
Above us only sky.
(John Lennon) |
|
| Nach oben |
|
 |
Valentina Newcomer
Anmeldungsdatum: 01.06.2009 Beiträge: 30

|
Verfasst am: 20 Feb 2011 0:27 Titel: |
|
|
Hallo gug, danke für Deine Antwort.
eine freie Entscheidung haben bedeutet für mich, daß ich zwischen zwei verschiedenen Möglichkeiten ohne Druck, Ängste oder Manipulation von "oben" wählen kann. Ich gehe davon aus, daß grundsätzlich jeder Mensch für sich selber Verantwortung zu tragen hat. Bei diesem Mann hatte ich aber zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, als hätte er eine "freie Willensentscheidung" treffen können.
Ja, es waren extrem starke Ängste da und auch Druck von seiten der Familie und mit Sicherheit auch aus seinem NAK-Umfeld. Nein, er hat dem nicht standgehalten.
Er kam mir halt vor, wie jemand, der, obwohl er um viele Missstände und Druck wußte, wie eine "Marionette" an Fäden hängt.
Auf die Frage mit dem freien Willen bin ich gekommen, weil Freunde von mir immer sagen: dieser Mann hat seine freie Entscheidung getroffen - und die fiel für die Kirche aus. Ich konnte da aber keine freie Entscheidung sehen. Sondern eher etwas, was ich vielleicht als "Gebundenheit" bezeichnen würde - um es mal zaghaft auszudrücken. |
|
| Nach oben |
|
 |
gug Foren-Queen
Anmeldungsdatum: 22.08.2009 Beiträge: 1752 Wohnort: Berlin

|
Verfasst am: 20 Feb 2011 1:09 Titel: |
|
|
ja, jeder Mensch muss mit seinen Entscheidungen leben.
Könnte man so sagen , dass er entschieden hat, aber eben nicht frei entschieden?
Viele Menschen gehen einen schweren Weg, weil sie keine Entscheidung zur Veränderung treffen. Sie meinen, Veränderung ist schwer (ist es ja auch). Aber wie viel schwerer ist lebenslange Depression?
Erst wenn man sich getraut hat, merkt man, welche Lasten von einen fallen! Das kann auch beim Verlassen einer ungeliebten Arbeit oder einer unglücklichen Ehe sein. Aber bei der Religion sind die Fesseln um Vieles stärker! _________________ Imagine there's no Heaven
It's easy if you try
No Hell below us
Above us only sky.
(John Lennon) |
|
| Nach oben |
|
 |
Hypnos Foren-Prinz
Anmeldungsdatum: 10.08.2007 Beiträge: 1011

|
Verfasst am: 20 Feb 2011 2:27 Titel: |
|
|
Hallo Valentina,
aus therapeutischer Sicht kann ich Dir sagen, dass mir viele ähnliche Schicksale, wie das Deines Ex-Freundes bekannt sind.
Nein, eine freie Entscheidung ist solchen Menschen meist nicht möglich. Sicher spielt da auch die Erziehung und die persönliche psychische Disposition eine Rolle, aber ganz entscheidend ist die Manipulation in einer solchen Psychosekte. Die Methoden und die Vorgehensweisen sind hinlänglich bekannt und hier in diesem Forum auch schon oft diskutiert worden.
Aber die Ängst und das schlechte Gewissen, verbunden mit den Bedenken auch das soziale Umfeld wie Familie und / oder Freundeskreis zu verlieren, spielen auch eine große Rolle. Es ist oft sehr geschickt angelegt, wie Sekten da vorgehen. Einbinden in die Gemeinscahft, herauslösen aus der Welt und Aufbau eines Beziehungsgeflechts innerhalb der Sekte.
Mir hat einhochrangiger AT vor einigen Jahren selbst gesagt, dass er selbst auch große Zweifel hat, es aber für ihn besser sei dieses Spiel so weiterhin mit zu spielen, als vor der Familie als "Depp" dazustehen, der jahrelang kaum Zeit für die Familie hatte, alle freie Zeit in die Sekte investiert hat. Er wisse, dass er bei einem Ausstieg zumindest fast alle seine sozialen Kontakte (die hatte er zum größten Teil nur innerhalb der Sekte) verlieren würde. Dann eben lieber Augen zu und durch. Wenn man dann noch sieht, welche psychischen Probleme viele Aussteiger zusätzlich haben, dann kann ich zumindest verstehen, dass manchen eine Entscheidung gegen die Sekte schon schwer fällt. |
|
| Nach oben |
|
 |
Valentina Newcomer
Anmeldungsdatum: 01.06.2009 Beiträge: 30

|
Verfasst am: 20 Feb 2011 12:27 Titel: |
|
|
Danke Hypnos,
ja, ich habe ja selber all die Ängste und das schlechte Gewissen bei meinem Ex-Freund gesehen. Es war erschreckend. Darum hatte ich durchaus Verständnis dafür, daß er in der Kirche blieb. Der konnte wirklich nicht anders. Aber für mich war es eben keine Entscheidung, sondern eher mit einer schweren Abhängigkeit zu vergleichen. Kann man das so sagen? Es war, als wenn eine große "Macht" ihn hielt, aus der er sich nicht im geringsten lösen oder von distanzieren konnte. Ich hatte so etwas vorher noch nicht erlebt und auch nicht erwartet, daß es so etwas in der heutigen Zeit mitten in Deutschland geben würde.
Wie ist es mit den Leuten, die aussteigen? Ist deren Wille stärker als die "Gefangenschaft"? Wie überwinden sie diese starke Bindung? |
|
| Nach oben |
|
 |
leser Newcomer
Anmeldungsdatum: 16.08.2007 Beiträge: 4

|
Verfasst am: 20 Feb 2011 13:31 Titel: |
|
|
[quote="Valentina"]Es war, als wenn eine große "Macht" ihn hielt, aus der er sich nicht im geringsten lösen oder von distanzieren konnte. Ich hatte so etwas vorher noch nicht erlebt und auch nicht erwartet, daß es so etwas in der heutigen Zeit mitten in Deutschland geben würde.
Hallo Valentina,
ist es möglich, dass diese große Macht, die ihn hielt, Gott selbst war?
Ich denke, Dein Bekannter hatte Angst, mit der Entscheidung gegen seine Kirche, sich auch gegen Gott zu entscheiden und diese Angst kann ich verstehen, auch wenn ich nicht neuapostolisch bin oder war. Mich interessiert, wie Du selbst Dich als Christin bezeichnen kannst, ohne einer Kirche anzugehören. Gehört zu einem christlichen Leben nicht auch die christliche Gemeinschaft? Fehlt Dir nicht ab und an das Wort Gottes ohne Kirche?
Kurz noch eins zum freien Willen:
Ich selbst habe oft Zweifel an meinem eigenen freien Willen, denn immer wieder beobachte ich mich dabei, Dinge zu tun, die einfach unüberlegt sind oder waren und überhaupt nicht meinem Willen entsprechen bzw. entsprachen. Dieser sogenannte freie Wille kostet ein Höchstmaß an Konzentration und Nüchternheit, so dass ich manches mal einfach gegen meinen Willen etwas tue, was ich selbst nie wollte. Insoweit wäre es schon ganz gut, wenn wir immer, bevor wie irgendetwas reden und tun, uns überlegen würden, welche Konsequenzen unser reden und tun nach sich ziehen. Die einen tun dies im Gebet, die anderen meinen, soetwas aus sich heraus entscheiden zu können.
Ich persönlich neige, je älter ich werde, zu der Gruppe, die es mit Gebet versucht. Will nicht sagen, dass das besser klappt, aber für mich ist es wohl der bessere Weg, einfach weil er immer wieder Hoffnung macht. Ohne die Hoffnung, es könnte auch im Misslingen oder im Leid meines Lebens ein Sinn bestehen, der mir lediglich noch verborgen ist, der aber irgendwann offenbar werden wird, würde ich zu leicht in Depression verfallen. So habe ich einen Halm an dem ich mich immer festhalten kann und der mir immer wieder Kraftquelle sein kann.
L.G. Leser[/b] |
|
| Nach oben |
|
 |
Schnoogele Foren-Prinz

Anmeldungsdatum: 27.07.2006 Beiträge: 630

|
Verfasst am: 20 Feb 2011 13:48 Titel: |
|
|
Man gibt den freien Willen ab sobald man sich einer Kirche unterordnet.
Man nimmt den Glauben der Kirche an und gibt somit Verantwortung ab. Das ist sehr einfach für einen selbst. Man brauch sich nicht selber Gedanken machen und brauch auch selber nicht mehr viel machen.
Das ist das gleiche Verfahren wenn man ein schlechtes Gewissen hat wenn man auf dem Bildschirm arme oder kranke Menschen sieht und ein paar Euros an eine Organisation abdrückt. Dann meint man sich freizukaufen um nicht selbst was gegen die Missstände machen zu müssen |
|
| Nach oben |
|
 |
Valentina Newcomer
Anmeldungsdatum: 01.06.2009 Beiträge: 30

|
Verfasst am: 20 Feb 2011 14:46 Titel: |
|
|
Hallo Leser, nein, Gott hat ihn dort nicht gehalten. Gott hält Menschen nicht durch Ängste, Druck, Kontrolle und Manipulation in Kirchen, die ein vollkommen verdrehtes Evangelium lehren. Gott führt Menschen in die Freiheit und heilt sie.
Wenn jemand in der NAK meint, er würde sich auch gegen Gott entscheiden, weil er sich gegen die NAK entscheidet, dann nur deshalb, weil diese Kirche ihn dahingehend manipuliert, um ihn als Mitglied zu halten. Das ist nicht biblisch, sondern das Gegenteil von dem was die Bibel lehrt.
Ja, zu einem christlichen Leben gehört auch christliche Gemeinschaft. Da gebe ich Dir recht. Diese Gemeinschaft pflege ich in erster Linie mit Gott selber. Und wenn mir nach Gemeinschaft mit anderen Christen ist (ein großer Teil meines Freundeskreises besteht aus Christen verschiedener Kirchen und auch Kirchenfernen), dann besuche ich einen Gottesdienst einer der vielen, vielen christlichen Kirchen, die es gibt. Außerdem habe ich eine eigene überkonfessionelle Gruppe. |
|
| Nach oben |
|
 |
Valentina Newcomer
Anmeldungsdatum: 01.06.2009 Beiträge: 30

|
Verfasst am: 20 Feb 2011 14:48 Titel: |
|
|
| Hallo Schnoogele, ich würde es nicht so verallgemeinern, daß man in jeder Kirche seinen freien Willen abgibt. Es gibt auch Kirchen, die damit umgehen können, daß ihre Mitglieder/Kirchgänger selbstverantwortlich denken und handeln. |
|
| Nach oben |
|
 |
Hypnos Foren-Prinz
Anmeldungsdatum: 10.08.2007 Beiträge: 1011

|
Verfasst am: 20 Feb 2011 15:49 Titel: |
|
|
| Valentina hat folgendes geschrieben: |
...
Ich hatte so etwas vorher noch nicht erlebt und auch nicht erwartet, daß es so etwas in der heutigen Zeit mitten in Deutschland geben würde.
Wie ist es mit den Leuten, die aussteigen? Ist deren Wille stärker als die "Gefangenschaft"? Wie überwinden sie diese starke Bindung? |
Diese Ängste sind je nach psychischer Konstitution mehr oder weniger stark, aber ganz normal bei Angehörigen von Psychosekten. Das Interessante daran ist, dass wenn ich diese getriggerten Glaubenssätze unter Hypnose auflöse, diese Menschen plötzlich ohne jede Angst leben können und den Anhängern ihrere ehemaligen Sekten auch verbal Paroli bieten. Ein schlechtes Gewissen gibt es dann nicht mehr.
Es gibt viele Menschen, die aus solchen Gemeinschaften aussteigen und keine Probleme damit haben oder sich nur gelegentlich bei Gedanken oder Handlungseisen ertappen, die in der Sektenzeit eingeimpft bzw. antrainiert wurden. Andere wiederum leiden unter großen Ängsten und bei anderen wiederum treten diese erst nach Jahren auf. Aber allen kann geholfen werden. Diese Bindung oder Abhängigkeit ist mit einer Sucht vergleichbar und auch in der Therapie gehen wir da ganz ähnlich vor.
Für mich ist es sehr bedenklich zu sehen, dass nur wenige Menschen nach dem Ausstieg wirklich frei sein können. Viele stürzen sich sofort wieder in die nächste "kirchliche Bindung" und oft noch in viel radikaleren Gemeinschaften. Mit Argwohn beobachte ich da gerade die evangelikalen Glaubensgemeinschaften, wo ich viele Sektenaussteiger wiederfinde.
Ob und wie es den Aussteigern gelingt sich wirklich zu lösen ist von vielen Faktoren abhängig. Dazu gehört sicher die Einbindung in die Sekte, das private Umfeld, der Freundeskreis, die Willensstärke und die charakterliche Disposition. Ich kenne nur wenige Menschen, denen der Ausstieg ganz einfach gelungen ist oder die ohne jede Hilfe klargekommen sind. Es gibt da allerdings auch regional wiederum große Unterschiede, je nachdem was den Anhängern da "vorgesetzt" wurde und wie linientreu die ATs waren oder wie weit man sogar pflegte über das Ziel hinaus zu schießen. |
|
| Nach oben |
|
 |
Hypnos Foren-Prinz
Anmeldungsdatum: 10.08.2007 Beiträge: 1011

|
Verfasst am: 20 Feb 2011 15:53 Titel: |
|
|
| Schnoogele hat folgendes geschrieben: |
Man gibt den freien Willen ab sobald man sich einer Kirche unterordnet.
...
|
Das kann ich nur bestätigen!
In den meisten Gemeinschaften wird diese bedingungslose Hingabe schon erwartet. Wer das nicht so ganz tut, der bastelt sich schon seinen eigenen Glauben, nimmt nur an was ihm passt und lässt anderes weg. Wenn man so richtig dabei ist wie @schnoogele es meint, dann stimmt das schon mit der Abgabe seines eigenen Willens. |
|
| Nach oben |
|
 |
gug Foren-Queen
Anmeldungsdatum: 22.08.2009 Beiträge: 1752 Wohnort: Berlin

|
Verfasst am: 20 Feb 2011 16:10 Titel: |
|
|
| Zitat: | | Wie überwinden sie diese starke Bindung? |
Die Bindung kann man beispielsweise überwinden, wenn es einen wegen der Zugehörigkeit zur NAK schlecht ging, und wenn man diesen Zusammenhang erkennen kann.
Oder wenn man erkennt, dass es dort viel Doppelmoral und Falschheit gibt.
Oder dass es keine wirkliche Hilfe von den Christen gibt: sie reden sich gern mit "ich bete für dich" heraus, weil sie tatkräftige Hilfe nicht leisten können oder wollen.
Oder wenn man durch Zufall einige Zeit der Gehirnwäsche entzogen ist und man plötzlich erkennt, dass dort ganz und gar manipulative Methoden angewandt werden.
Man kann raus, wenn man durch Zufall mitbekommt, das die KL Straftaten deckt.
Man kann raus kommen, wenn man sich über die Kirchengeschichte informiert (die ganzen Abspaltungen, Predigten der Stammapostel zum ersten Weltkrieg, Verhalten des Stammapostels im 2. Weltkrieg, sehr frühe Mitgliedschaften in Naziparteien, Die Botschaft des Stap. Bischoff, Enthebungen aus dem Amt heutzutage z.B. Blankenese, die Gründe für gescheiterte Ökumenebemühungen u.v.m.)
Voraussetzung ist, dass man die Angst verliert, sich den Wahrheiten zu stellen und zu hinterfragen.
Dass man die Angst verliert, von Gott bestraft zu werden , wenn man Fragen stellt. Dass der Zweifler verloren ist, das ist eine sehr große Angst in der gesamten Christenheit.
Frau Ranke-Heinemannn schrieb: Fragen ist eine christliche Tugend, diese Tugen ist jedoch in der Christenheit kaum anzutreffen. Und das stimmt leider. Das sehe ich in meiner gesamt nicht ausgestiegenen Verwandtschaft. Denen kann man den größten Mist glauben machen, wie auch früher mir.
| Zitat: |
Fehlt Dir nicht ab und an das Wort Gottes ohne Kirche? |
In den Kirchen wird das angebliche Wort Gottes nach Belieben verbogen, je nach Gemeinschaft unterschiedlich. Da der Gläubige nie mit Gott direkt in Verbindung kommt, sondern nur mit Menschen, ist es zumindest gefiltert und verändert. Das zu vermeiden ist schon sehr ok! Keiner Kirche zuzugehören schützt sehr vor Manipulation. So kann man sich seinen Gott so hin glauben, wie er einen gefällt, wenigstens hat dann kein anderer Schuld, wenn man sich irrt.
Der Irrtum ist leider vorprogrammiert, weil die Grundlage des christlichen Glaubens, die Bibel, jedwede Deutung zulässt. Gott ist es leider nicht gelungen, eindeutige Anweisungen zu hinterlegen.
Eine Kirche jedenfalls wollte Jesus nie gründen. Er wollte zu Lebzeiten der ersten Apostel vor 2000 Jahren wieder kommen. So steht es in der Bibel (diesmal klar und deutlich) Leider hat auch er sich darin geirrt. Alles, was die Kirchen daraufhin heute verkünden, ignoriert völlig diese Tatsache. _________________ Imagine there's no Heaven
It's easy if you try
No Hell below us
Above us only sky.
(John Lennon)
Zuletzt bearbeitet von gug am 20 Feb 2011 16:51, insgesamt einmal bearbeitet |
|
| Nach oben |
|
 |
Hypnos Foren-Prinz
Anmeldungsdatum: 10.08.2007 Beiträge: 1011

|
Verfasst am: 20 Feb 2011 16:11 Titel: |
|
|
| leser hat folgendes geschrieben: |
...
ist es möglich, dass diese große Macht, die ihn hielt, Gott selbst war?
|
Das wäre ja ein bescheidener Gott, der seine Schäfchen in einer Psychosekte halten will, mit dem würde ich mal Tacheles reden bzw. ihn zum Teufel jagen.
| leser hat folgendes geschrieben: |
...
Ich denke, Dein Bekannter hatte Angst, mit der Entscheidung gegen seine Kirche, sich auch gegen Gott zu entscheiden...
|
Nirgendwo steht, dass ich einer Kirche angehören muss um Gott nahe zu sein. Kirchen sind von Menschen geschaffene Institutionen in denen es primär um Macht und Geld geht und nicht um Glaube.
| leser hat folgendes geschrieben: |
...
Mich interessiert, wie Du selbst Dich als Christin bezeichnen kannst, ohne einer Kirche anzugehören.
|
Man kann auch Christ sein ohne einer Kirche anzugehören, wobei "Christ sein" für mich nicht unbedingt erstrebenswert ist. Ich fühle mich inzwischen eher dem Humanismus zugetan, da finde ich diese Werte in der Praxis, von denen das Christentum immer nur spricht, aber nach denen es nicht handelt.
| leser hat folgendes geschrieben: |
...
Gehört zu einem christlichen Leben nicht auch die christliche Gemeinschaft? Fehlt Dir nicht ab und an das Wort Gottes ohne Kirche?
|
Das Wort Gottes wirst Du in keiner christlichen Gemeinschaft oder Kirche finden. Es war und ist schon immer nur Menschenwort gewesen, was da unter dem göttlichen Deckmäntelchen verkündet wurde.
| leser hat folgendes geschrieben: |
...
Ich selbst habe oft Zweifel an meinem eigenen freien Willen...
|
Einen eigenen freien Willen gibt es nur eingeschränkt. Wir gehen heute in der Psychotherapie davon aus, dass 90 % unseres Handelns und Denkens vom Unterbewußtsein (UB), also eben nicht vom freien Willen gesteuert werden. Deshalb sind ja gerade Therapien unter Hypnose so wirkungsvoll, da ich dort direkt im UB Veränderungen bewirken kann und die Wirkung eben entsprechend ist.
Hypnos |
|
| Nach oben |
|
 |
Valentina Newcomer
Anmeldungsdatum: 01.06.2009 Beiträge: 30

|
Verfasst am: 20 Feb 2011 22:55 Titel: |
|
|
Hallo Hypnos, als erstes möchte ich auf Deine Worte eingehen.
ich finde es sehr schön, daß Du mit Menschen in solchen Nöten arbeitest und sie von ihren Ängsten lösen kannst. Wenn ich es richtig verstehe, sind diese Ängste das Grundübel, daß die Leute (zumindest sehr viele) in der Sekte gefangen und gebunden hält. Mein Freund sagte damals immer: "Ich wünschte, mir würde jemand die Entscheidung abnehmen". Für mich wurde damals klar, daß seine Angst größer ist, als alles andere.
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, daß gerade im freikirchlichen Bereich viele Gruppierungen anzutreffen sind, die in etwas leichterer Form, ebenfalls Kontrolle und Manipulation ausüben. In der evangelischen Landeskirche erlebe ich das nicht so - dort geht es eher liberal zu - allerdings häufig auch unpersönlicher.
Ja, Kirchen sind von Menschen geschaffene Institutionen. Jesus hat mit Kirche etwas ganz anderes gemeint. Er sagt sogar: "Das Reich Gottes ist in Dir".
Danke gug, daß Du Dir die Mühe gemacht hast, mehrere Möglichkeiten zu erläutern, durch die man den Weg aus der Abhängigkeit einer Sekte finden kann. Mein Freund hat damals auch angefangen vieles in Frage zu stellen, hat nach der Wahrheit gesucht und manche Klarheit darüber gefunden, was in der NAK falsch läuft. Leider hatte er nicht genug Kraft, um diesen Weg weiter zu gehen. Die Angst war größer. |
|
| Nach oben |
|
 |
Tilfred Meister
Anmeldungsdatum: 11.05.2010 Beiträge: 197 Wohnort: Karlsruhe

|
Verfasst am: 21 Feb 2011 2:12 Titel: |
|
|
| Zitat: | | "Ich wünschte, mir würde jemand die Entscheidung abnehmen" |
Mit dieser Eistellung werde ich eine solche Organisation nicht verlassen. Denn genau das bieten sie mir an. Meine eigenen Entscheidungen mir abzunehmen.
Ich weiß ich kann niemandem seine Entscheidungen abnehmen, deswegen kann ich das auch niemandem anbieten.
| Zitat: | | Wir gehen heute in der Psychotherapie davon aus, dass 90 % unseres Handelns und Denkens vom Unterbewußtsein (UB), also eben nicht vom freien Willen gesteuert werden. |
Dann hat mich wohl mein Unterbewußtsein aus der nak und in dieses Forum geführt, zumindest zu 90%. Auch wenn mein eigener Wille nur 10% davon ausmachen, war es zu 100% meine eigene Entscheidung.
Die hat mich nicht von Gott entfernt, im Gegenteil. Ich bin dem was ich unter "Gott" verstehe näher als in einer wie auch immer gearteten Kirche. Für mich ist diese Entscheidung 100% richtig. |
|
| Nach oben |
|
 |
|
|
|
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen. Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten Du kannst Dateien in diesem Forum nicht herunterladen
|
|
|
|
|