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Ich glaub', ich hab's geschafft!


 
Dieses Forum ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren, schreiben oder beantworten.   Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.   printer-friendly view    http://quovadisnak.de.vu/ Foren-Übersicht -> Wer oder was bin ich? Meine Probleme beim Ausstieg aus der NAK
Noch einer weniger :: Holt mich nach vielen Jahren meine NAK-Vergangenheit ein?  
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lilimarleen
Newcomer


Anmeldungsdatum: 14.07.2009
Beiträge: 11

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BeitragVerfasst am: 18 Feb 2011 12:37    Titel: Ich glaub', ich hab's geschafft! Antworten mit Zitat



Ich weiß nicht, ob sich noch jemand an mich erinnert - ich hab' mich vor ca. 3 Jahren mal hier blicken/ lesen lassen. :smile:
Als gläubig streng erzogene, dadurch etwas verbogene, aber immer lebensdurstige neuapostolische Aktive, Ehefrau eines Amtsbruders, Mutter zweier (natürlich getaufter und versiegelter) Kinder, durch das Zerbrechen der Ehe ins Schleudern gekommene, mittwerweile Ehefrau eines "lockeren Katholiken"...Genug der Historie.

Inzwischen habe ich eine "stramme" durchgängie Psychoanalyse hinter mir. Anfangs wurde mir gesagt, ich könne mich freuen, auf das Ergebnis der Analyse, denn ich würde als eine Andere rausgehen, als ich gekommen bin, nämlich als auf jeden Fall "Klarer Sehende" Person. Der Analytiker hat das v.a. auf meine religiösen Ängste bezogen. Ich hab' das gar nicht glauben können. Wie sollte ich der Kirche gegenüber Distanz bekommen, wo ich das eigentlich doch gar nicht so unbedingt wollte? Ich wollte doch nur meine Panik-Attacken und Depressionen loskriegen und mich des Lebens wieder freuen können! Das war alles! Aber das Eine ging nicht ohne das Andere! Es war ganz schön hart!

Drei geschlagene Jahre zweimal die Woche 60 Minuten Auseinanderklamüsern sämtlicher in mir wohnender Gedanken! Es ging tatsächlich zu 90% um das Thema: Glaube und Religion und Kirche! Ich finde das UNGLAUBLICH!!! Da denkt man, der Glaube hilft den Kindern durchs Leben, dabei kann er so viel schlimmes anrichten, wenn er von jemandem anderes gefärbt/ manipuliert wird! Mittlerweile bin ich der Meinung, es ist fast besser, die Kinder finden Ihren eigenen Weg. Ich bin derzeit sogar skeptisch, ihnen meine Morgens- und Abendsgebete "aufzudrängen"!
In die GDs gehe ich schon lange nicht mehr in die NAK. Ab und zu mal in´die katholische, da gibt's in unserem Dorf einen frei denkenden, absolut fitten Pfarrer, der mich immer wieder überrascht, weil er unheimlich viel weiß, und die Zuhörer immer zum Nachdenken anregt. In der NAK war's immer besser, ich dachte NICHT nach, sonst kam ich in Bredoullie!
Also, ich wollte hier einfach mal meinen "Lagebericht" für all jene zugänglich machen, die sich evtl. in ähnlicher Situation befinden.

Es ist ein Prozess, ein Weg - aber wie's so schön heißt:Der Weg ist das Ziel! Und das ist wirklich so. Ich sehe mich immer noch mitten auf diesem Weg. Aber ICH DARF DENKEN!!!! Ich gestatte mir selber zu DENKEN, zu HINTERFRAGEN, WER denn da WAS genau behauptet. Schwarzer Kittel/ schöner (Amtsträger-)Titel hin oder her! DAS TUT SO GUT, das ist unendlich befreiend für mich!
Der Preis den ich zahle?
1) Ein großes Stück Familiengefühl bricht weg - da sich meine Kindheitserinnerungen in Bezug auf Familie größtenteils auf kirchliche Ereignisse beziehen. Und weil alle Familien-und Verwandschaftsmitglieder eben in der Kirche sind und man sich dort halt regelmäßig gesehen/ gesprochen hat, also die Beziehungen gepflegt hat.
2) Mein Sonntag hat keine Struktur mehr - es gehörte einfach ein Kirchgang dazu! Ich weiß, das klingt sehr banal. Ist aber so! Das "schön anziehn", die Kirchenorgel, der gemeinsame Gesang/ das gemeinsame Spielen mit den Instrumenten/ Beten usw.
3) Innerlich fühle ich mich einfach mehr in der Verantwortung, d.h. das ist sowohl Nach- wie auch Vorteil:
Mein Bedürfnis nach Autonomie und Freiheit wird befriedigt, mein Bedürfnis nach Anlehnen und "Sicherheit basierend auf feststehenden, unantastbaren Werten und Normen" wird frustriert!

So in etwa sieht's aus!

Summa summarum: ich finde, das gehört zum Erwachsenwerden dazu! Es geht mir deutlich besser - Depression sind weitgehend nicht mehr aufgetaucht, Panikattacken komplett weg!

Aber bleibt behutsam im eigenen Tempo auf dem Weg des "Erwachsenwerdens" - es tut manchmal sehr, sehr weh, Illusionen begraben zu müssen! Und: Scheut' Euch nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen - es lohnt sich wirklich!

ALLES GUTE dabei!

Eure LiliMarleen
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lorenz
Foren-King


Anmeldungsdatum: 19.08.2007
Beiträge: 4887
Wohnort: Middle World

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BeitragVerfasst am: 18 Feb 2011 14:19    Titel: Antworten mit Zitat

Kannst du dich an spezielle Aha-Erlebnisse in deiner Analyse erinnern? Vor allem an solche, die mit der NAK bzw. mit der Religion zu tun hatten?
Ich stelle mir vor, dass es in der Analyse so bestimmte "Knalleffekte" gegeben haben muss, wo dir sozusagen ganze Weihnachtsbäume aufgegangen sind.

Das mit der fehlenden Struktur (z. B. sonntags) geht bestimmt vielen so. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier und fühlt sich in seinen Ritualen sicher. Davon leben die Kirchen bestimmt auch. Ich habe das damals bei meinem Ausstieg instinktiv gut geregelt, indem ich jedesmal ein Bad nahm, während meine Eltern im "Gottesdienst" waren. Das tat gut und hat die entstandene Lücke vollwertig gefüllt!

_________________
Warum sollte Gott einen Teil von sich auf die Erde schicken, um ihn von einer antiken Besatzungsmacht hinrichten zu lassen, nur um den Menschen ihre Sünden vergeben zu können, für die er doch als Allmächtiger obendrein selbst verantwortlich wäre? - Empfehlung: ==> http://www.bibelkritik.ch/
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Lily
Großmeister


Anmeldungsdatum: 23.09.2009
Beiträge: 314

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BeitragVerfasst am: 18 Feb 2011 16:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo lilimarleen,

schön dich zu lesen und schön dass es dir recht gut geht!

Liebe Grüße Very Happy

_________________
Lily
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lilimarleen
Newcomer


Anmeldungsdatum: 14.07.2009
Beiträge: 11

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BeitragVerfasst am: 22 Feb 2011 12:13    Titel: Antworten mit Zitat

die Aha - Erlebnisse gab's eigentlich am laufenden Band. Eben immer, wenn mir die Verschiebungen und Projektionen klar wurden, die die Gläubigen so "benutzen", um der ernüchternden Realität nicht ins Auge sehen zu müssen. Leider kann dadurch der "angenehmen, befreienden" Wahrheit auch nicht ins Auge gesehen werden.
Eine Erkenntnis hat mich anfangs befremdet, dann betroffen gemacht, aber schlußendlich einen Riesenschritt weiter gebracht:
Die Kirche fungiert als Mutterersatz für die meisen Menschen!
Die meisten Säuglinge/ Kleinkinder bekommen i.d.Regel zu wenig Mutter - egal, ob die Mutter daheim war oder nicht, das hat damit wenig zu tun. Eine Mutter kann da sein, und dennoch nicht in der Lage, dem Nähebedürfnis des Säuglings gerecht zu werden, weil sie selbst dies auch nicht hatte. Gerade in unserem schwäbischen Landstrich ist die "böse Mutter" sehr verbreitet. Man muß immer "arbeiten", das eignet sich prima, um der Nähe auszuweichen. Das Neugeborene bekommt unter dem Gefühl des nicht angenommen werdens tiefe Verunsicherung mit auf den Weg. Der Aufbau eines Grundvertrauens in die gute Funktion des eigenen Ichs ist fundamental gestört. Ein Baby kann nur die Eigenschaften entwickeln, die es in seiner Bezugsperson/ seinen Bezugspersonen "gespiegelt" bekommt. Ist ja klar - der Säugling ist voll und ganz existenziell davon abhängig, daß ihn seine Mutter annimmt. Das Gegenteil wäre, verstoßen zu werden, und was das heißt, zeigt uns die Natur. Diese Verlassenheitsängste sind seit Jahrtausenden in uns und rühren in dieser allerersten Lebenszeit der totalen Hilflosigkeit. So, und je nachdem, wie viel/ wie wenig wir an totaler Akzeptanz und vorbehaltlosem Angenommenseins/ vollkommener, grenzenloser Nähe und Geborgenheit "tanken" durften, in dem Maße konnte sich ein eigenes vertrauensvolles Ich aufbauen. Und dann aber auch peu à peu ablösen, andere Bezugspersonen neben der Mama, z.B. den Vater, annehmen und dort ankommen. Wenn der nun aber auch noch wegfällt, und bereits wenig Mutter da war (nicht vergessen: nicht die physische Anwesenheit ist alles!), hat der heranwachsende Mensch ein Problem mit der Sicherheit in sich. Das war genau das, was mir passiert ist, und von dem ich glaube, daß es vielen so ergeht. Und da springt die Kirche ein - teilweise vielleicht mit "guten Grund". Es kann doch nicht sein, daß nach dem bißchen Leben, das mir das Wichtigste, Köstlichste, Fundamentalste (in Form einer präsenten Mutter/ eines liebe- und verständnisvollen Vaters) nicht gegeben hat, nichts mehr kommen könnte!! Oder daß es daneben nicht eine Möglichkeit geben sollte, über Parallelwelten von einer "höheren Quelle" die Zuneigung, die Erfüllung zu bekommen, die ich so bitter vermissen mußte! Aber: was vorbei ist ist vorbei! Eine karge Kindheit bleibt eine karge Kindheit! Die wird nicht reich und erfüllt, nur weil wir sie leugnen oder über Ersatzdrogen (seien sie physischer oder seelischer Natur) zu vergessen suchen. Ich werde immer das Manko, das Fehlen von bedingungsloser Annahme meiner Eltern spüren. Und alles, was ich im sog. "kindlichen " Glauben eine gewisse Zeit meines Lebens gemeint hatte, zu besitzen/ finden zu können, ist ein schaler Ersatz mit großem Gefahrenpotenzial! Denn: Sicherheit und Geborgenheit aus einer Lehre zu ziehen, die nur in sich schlüssig ist und über Dritte vermittelt werden muß, ist der Nährboden jeder Diktatur! Sowohl in uns, also auch in der Gesellschaft. Und was eine Diktatur bedeutet, wissen wir! Also wenn sich's schon in der politischen Welt nicht immer vermeiden läßt, dann wenigstens nicht in mir drin. Dann doch lieber die Kröte schlucken und gewahr werden: Was rum ist is' rum! Was ist , ist! Ich werde immer Momente haben, in denen's weh tut, wenn Erinnerungen sich melden, die sich dem Bewußtsein nur teilweise erschließen. Aber deshalb muß ich mich nicht an jemanden anlehnen, der für mich denken darf. Der für mich angebl. im Namen Gottes entscheidet, was gut und was schlecht ist. Mensch, da frag' ich mich schon, wieso ich über 40 Jahre meines Lebens diese doch eigentlich verantwortungslose Haltung nie hinterfragt habe?
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lorenz
Foren-King


Anmeldungsdatum: 19.08.2007
Beiträge: 4887
Wohnort: Middle World

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BeitragVerfasst am: 22 Feb 2011 12:51    Titel: Antworten mit Zitat

lilimarleen hat folgendes geschrieben:
... Die Kirche fungiert als Mutterersatz für die meisen Menschen! ...

Da hast du sowas von recht...
Minimale Ergänzung: Sie fungiert auch als Vaterersatz. "Lieber, guter himmlischer Vater!" Und je nachdem, welche Erzieherfigur am meisten versagt hat, tritt das Mütterliche oder das Väterliche in den Vordergrund.

Auch der liebe Stamm(pf)apostel oder bei Bedarf die Apostel und deren "Untergebene" fungieren je nach Zusammenhang als Ersatzväter/-mütter.
"Regression" heißt das wohl, wenn eine Institution bzw. deren Vertreter einen dazu bringen, wieder in die Kinderrolle zurück zu schlüpfen. So eine Sekte hat genau diesen Trick drauf. Das religiöse Glauben ist ja genau das: Man gibt seine erwachsene Selbststeuerung an der Tür ab und lässt sich vertrauensvoll mit giftiger Babynahrung füttern.

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der Gärtner
Großmeister


Anmeldungsdatum: 16.02.2008
Beiträge: 434
Wohnort: rostock

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BeitragVerfasst am: 22 Feb 2011 14:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ja Lorenz so ist es,ich hab mich immer schon gefragt warum intelegente Menschen so auf Religionen herein fallen und alles für bare Münze nehmen was ihnen dort gepredigt wird.Das mit dem Vater,Mutterersatz ist schon eine Erklärung dafür.
_________________
Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen hängt mit der Blödheit der Bewunderer zusammen.
Heiner Geissler
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lorenz
Foren-King


Anmeldungsdatum: 19.08.2007
Beiträge: 4887
Wohnort: Middle World

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BeitragVerfasst am: 22 Feb 2011 15:20    Titel: Antworten mit Zitat

Das stimmt wohl schon: Dieses von den Kirchen verlangte religiöse Glauben entspricht einer geistigen Haltung von Kindern!
Bei kleinen Kindern ist das ja auch durchaus sinnvoll. Sie müssen noch geführt werden. (Wenn man einem Kind sagt: "Fass nicht an den heißen Ofen!", dann profitiert das Kind davon, wenn es "glaubt".)

Und diesen kindlichen Mechanismus (den wir alle noch ein bisschen in uns haben) kann man auch später noch aktivieren. Also bei Menschen, die es eigentlich gelernt haben, ihr eigener Kapitän zu sein. Man kann diese kindlichen Mechanismen reaktivieren, wenn man die Menschen tief verunsichert, so dass ihnen ihre eigene Selbststeuerung nicht mehr zu genügen scheint. Das ist, was Sekten machen, und das ist auch, was z. B. in autoritären Regimen (solchen mit "Führern") gemacht wird. An der Stelle begegnen sich religiöse Sekten und sowas wie Hitlers Faschismus.

Wenn wir schon bei der Psychoanalyse sind: Da gibt es klassische Erkenntnisse über den autoritären Charakter. Hierin kann man eine Quelle für Sekten aller Art sehen, aber auch für große (weithin akzeptierte) religiöse Phänomene.

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lilimarleen
Newcomer


Anmeldungsdatum: 14.07.2009
Beiträge: 11

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BeitragVerfasst am: 23 Feb 2011 10:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ihr Beiden - Lorenz und Gärtner!
Ich find's ganz klasse, das von Euch zu lesen! Nachdem ich am Montag meinen Abschiedsbesuch beim Psychoanalytiker hatte, war's mir ganz schön wacklig und mulmig zumute. Die Frage in mir lautete: Halte ich ohne dieses regelmäßige, sachkundige Reflektieren der Versuchung stand, mich in meine "Heimatfamilie" zurück fallen zu lassen?
Dazu ist dieses Forum hier, denke ich, eine ganz gute Hilfestellung / eine gar nicht sooo schlechte "Nachbehandlung" der Analyse...
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lorenz
Foren-King


Anmeldungsdatum: 19.08.2007
Beiträge: 4887
Wohnort: Middle World

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BeitragVerfasst am: 23 Feb 2011 14:57    Titel: Antworten mit Zitat

lilimarleen hat folgendes geschrieben:
Nachdem ich am Montag meinen Abschiedsbesuch beim Psychoanalytiker hatte, ...

Aha, also ist das Thema "vom Kind zum Erwachsenen" auch in dieser Beziehung aktuell für dich. So ziehen sich die Themen wie rote Fäden durch alles... Laughing

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lilimarleen
Newcomer


Anmeldungsdatum: 14.07.2009
Beiträge: 11

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BeitragVerfasst am: 03 März 2011 11:49    Titel: Antworten mit Zitat

Also, Gärtner, das wollt' ich noch sagen: das, was Du geschrieben hast, war eines meiner größten Verständnisprobleme, und ein gewichtiger Grund, warum ich mich nicht gegen die NAK stellen konnte: warum nicken so viele intelligente Menschen diese Lehre ab und sage Amen und engagieren sich teilweise mit Haut und Haar? Ich dachte immer, das kann doch nicht falsch sein, wenn dieser Dr., und jener Prof. usw. das absegnen! Mein ehem.Analytiker lachte da bloß und sagte, gegen infantile, tiefliegende Bedürfnisse ist der Intellekt ein Stäubchen! Und wir könnten doch froh sein, daß diese Bedürfnisse relativ harmlos im Mutterschoß der Kirche befriedigt werden! Es gäbe Schlimmeres...Ich finde, da hat er recht!

Lorenz: Ja, genau so fühle ich mich im Moment auch: Vom kleinen Mädchen, das an der Hand eines starken Vaters einherging zur erwachsenen Frau, die einen eigenen Willen gaaaanz langsam genauso viel Wert beimisst, wie dem der Schwarzkittel...Aber es ist ehrlich ganz schön hart. Ich kämpfe fast täglich noch mit großer Unsicherheit, innerlich, vom "Bauch" her. Das ist echt hartnäckig, zum Kuckuck! Twisted Evil
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Lily
Großmeister


Anmeldungsdatum: 23.09.2009
Beiträge: 314

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BeitragVerfasst am: 03 März 2011 13:04    Titel: Antworten mit Zitat

lilimarleen hat folgendes geschrieben:
..warum nicken so viele intelligente Menschen diese Lehre ab und sage Amen und engagieren sich teilweise mit Haut und Haar? Ich dachte immer, das kann doch nicht falsch sein, wenn dieser Dr., und jener Prof. usw. das absegnen! Mein ehem.Analytiker lachte da bloß und sagte, gegen infantile, tiefliegende Bedürfnisse ist der Intellekt ein Stäubchen! Und wir könnten doch froh sein, daß diese Bedürfnisse relativ harmlos im Mutterschoß der Kirche befriedigt werden! Es gäbe Schlimmeres...


Damit muss ich mich auch immer mal wieder innerlich auseinandersetzen. Ich kenne etliche, zu denen ich auch aufgeschaut habe, sie waren (sind) intelligent, teilweise Pädagogen, gestandene Leute etc. und sie glauben an Gott und die Kirche, an die NAK oder an sonst eine Lehre.

Ich hatte dies ebenfalls öfter mit meinem Therapeuten besprochen und er begründete ähnlich.

_________________
Lily
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lilimarleen
Newcomer


Anmeldungsdatum: 14.07.2009
Beiträge: 11

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BeitragVerfasst am: 04 März 2011 18:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lily,

Das ist schon so eine Sache mit dem Verstand, man kann ihn ganz schön reinlegen indem die Dinge, die ihm widersprechen, einfach "über den Verstand" gestellt werden...aber ob das dauerhaft so gesund ist? Ich weiß auch nicht...
Außerdem: welche Funktion hätte denn der Verstand, wenn ihm in so wichtigen, weil höchst emotionalen Dingen wie Glaubensfragen, vorenthalten wird, Entscheidungen zu treffen ?

Jedenfalls:
ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!

Lieber Gruß
Lilimarleen
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