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... und das Lamm spricht: "Hurz!"


 
Dieses Forum ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren, schreiben oder beantworten.   Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.   printer-friendly view    http://quovadisnak.de.vu/ Foren-Übersicht -> Wer oder was bin ich? Meine Probleme beim Ausstieg aus der NAK
draußen und doch noch gefangen :: Bin neu hier  
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Hurz
Newcomer


Anmeldungsdatum: 19.10.2010
Beiträge: 9
Wohnort: Hauptstadt

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BeitragVerfasst am: 20 Okt 2010 20:58    Titel: ... und das Lamm spricht: "Hurz!" Antworten mit Zitat



Hallo Ihr Lieben,
völlig ungeplant bin ich gestern auf Eurer Seite gelandet. Ich musste mal für das Finanzamt angeben, ob ich Mitglied einer Freikirche bin. Gestern bin ich über diesen Zettel gestolpert und hab nochmal spontan gegoogelt, damit ich in jedem Falle keine falschen Angaben gemacht habe. Dann bin ich auf der NAK Seite im Netz gelandet und hab mir doch tatsächlich nochmal ein paar Gottesdienste reingezogen. Das war schon harter Tobac so nah alles wieder zu erleben und die Atmosphäre zu spüren. Und da ich wusste, dass es Aussteiger gibt, hab ich eben weiter gegoogelt und bin auf Eurer Seite gelandet. Ich habe viel gelesen und gestöbert und bin erstaunt, überrascht und gleichzeitig entsetzt.

Nun habe ich mich spontan angemeldet, weil ich denke, dass ich manchmal vielleicht einfach einen Kommentar abgeben will. Ob es eine Form für mich ist, die letzten Reste der NAK Kruste loszuwerden, weiß ich nicht. Mal schauen.

Vielleicht auch kurz zu mir persönlich: Ich komme aus dem schwäbischen Kleinstadtsumpf und habe vom 7. bis zum 25. Lj meine Leben der NAK verschrieben. Ich bin jetzt fast 48 Jahre alt. In Schwaben war es damals ziemlich heftig und erzstockkonservativ. Ich habe kein Fernsehen geschaut, habe eine anständige Lehre gemacht, habe keinen vorehelichen Sex gehabt (da ich nie geheiratet habe, hätte ich bis heute keinen Sex! Ob das wohl so vorgesehen war..??), ich war nie in der Disco, ich habe geglaubt, alle Menschen (ohne das NAK Siegel) sind Monster, ich habe meinen Sport den Eiskunstlauf aufgegeben, weil da Musik lief und wenn halt genau in der Zeit meines Eiskunstlaufes die Wiederkunft wäre... wär ich halt nicht dabei. Ich war ein Mensch 1. Klasse, so würde ich das wohl heute sehen.

Mit 25 Jahren hab ich mich dann ausgeschlichen und wurde (zum Glück) weder verfolgt und drangsaliert. Ich weiß noch als ich das 1. Bier getrunken und die 1. Zigarette in einer normalen Kneipe geraucht habe, dachte ich: jetzt muss sich doch gleich der Erdboden auftun und ich werde als Sünderin geschluckt. Aber nix war's. Es ist einfach nix passiert.

Aber der Ausstieg war lang und zum Teil ungemütlich. 5 Jahre habe ich mit niemandem darüber geredet (was gut ging, denn ich bin damals nach Berlin gezogen und habe auch völlig neu angefangen), dann habe ich angefangen zu reden und meinem Bekanntenkreis etwas über meine Vergangenheit zu erzählen. Ungefähr weitere 5 Jahre. Dann hab ich angefangen mich mal langsam um mich zu kümmern. Sprich Therapie, viele Selbstfindungskurse und mich langsam mal ernst zu nehmen mit meiner Vergangenheit.

Inzwischen hab ich nur noch selten Ängste (die haben uns damals echt mit Horrorgeschichten von lebensbedrohlicher Art vollgetextet, wenn man abtrünnig würde). Und ich hatte eine Oma, die ziemlich heftig drauf war. Ich bin seit 5 Jahren freiberuflich und habe jetzt das Gefühl, dass mich die Selbständigkeit immer mehr in die "letzten" Realitäten des aktuellen realen Lebens treibt. Aber manchmal denke ich, ich werde die Welt und die Menschen nie verstehen, wie sie real ist/sind.

Jetzt erstmal viele Grüße und wenn sich jemand fragt warum "Hurz"...
es gibt einen Beitrag da steht "und der Geist und die Braut sprechen: "Komm" . Als ich das gestern gelesen hab hab ich gedacht, was für ein Sch.. schreibt denn da jemand. Dann hab ich weitergelesen. Und das Lamm spricht: "Hurz". Ich hab so gelacht wie schon lange nicht mehr. Ich hab mir den Spruch ausgedruckt und neben meinen Arbeitsplatz gehängt. Wunderbar. Ja und so ist der Hurz entstanden

=================

Ergänzung von Admin Horst: Hurz?


Klick!
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jane doe
Gast





BeitragVerfasst am: 20 Okt 2010 22:25    Titel: Antworten mit Zitat

willkommen im forum!

zu schafen noch ein bischen literatur.
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lorenz
Foren-King


Anmeldungsdatum: 19.08.2007
Beiträge: 4887
Wohnort: Middle World

greece.gif
BeitragVerfasst am: 21 Okt 2010 17:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hurz hat folgendes geschrieben:
Aber manchmal denke ich, ich werde die Welt und die Menschen nie verstehen, wie sie real ist/sind.

An dem Satz bin ich hängen geblieben, das kommt mir bekannt vor!
Es hat vermutlich damit zu tun, dass Neuapostolen "weltfremd" erzogen werden. Sie werden unter dem Zeichen einer falschen und verdrehten "Theologie" und des daraus resultierenden verrückten Menschenbilds DESORIENTIERT.

Wir müssen da erstmal aufwändig resozialisiert werden...

_________________
Warum sollte Gott einen Teil von sich auf die Erde schicken, um ihn von einer antiken Besatzungsmacht hinrichten zu lassen, nur um den Menschen ihre Sünden vergeben zu können, für die er doch als Allmächtiger obendrein selbst verantwortlich wäre? - Empfehlung: ==> http://www.bibelkritik.ch/
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Hurz
Newcomer


Anmeldungsdatum: 19.10.2010
Beiträge: 9
Wohnort: Hauptstadt

germany.gif
BeitragVerfasst am: 21 Okt 2010 23:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lorenz,
ja, das hört sich gut an. Wirklich weltfremd erzogen. Fremd von dem allen was Menschen ausmacht. Positiv wie negativ. ...

Ich bin ja nach dem Ausschleichen nach Berlin gegangen. Berlin ist sicherlich auch eine heftige Stadt, aber ich als schwäbische neuapostolische Fast-Jungfrau - mich hat es am Anfang und noch über Jahre so gebeutelt. Ich bin quasi in den Schmelztigel der Großstadt gefallen und es hat mich wie in einer Waschmaschine hin und her geschleudert. Ich habe viel Lehrgeld bezahlt. Heute passiert es mir nur noch hin und wieder und dann eher bei Themen wie der Geschichte mit dem Bankcrash oder unserer derzeitigen Politik. Wenn Menschen lügen und betrügen um ihren Vorteil, da hab ich noch immer Mühe mit.
Ich hab mir damals im Studium zur Dipl.Soz. Pädagogin auch die volle Kante gegeben. HIV, Aids, Prostituierte, Drogen. All das was das Leben eben auch noch sein kann.

Ja, ich kann sagen ich bin seit über 20 Jahren dabei mein "verrücktes" Menschenbild zu klären. Lange hab ich gedacht, es muss doch ein ! Bild geben, immer auf der Suche nach "dem Richtigen". Es hat lange gedauert dass ich begriffen habe, dass Menschen wie Sterne am Horizont sind. Jeder ist anders und jeder leuchtet mit den Möglichkeiten die er hat. Und machne leuchten leider gar nicht.

Also bewege ich mich immer noch in einem richtig und falsch. Und das nach soviel Jahren. Das bedeutet, das zumindestens ich noch eine kleine Weile Resozialisierung brauchen werde. Das sind kleine Reste, aber ich finde es entsetzlich, dass es wirklich so tief vergraben liegt.
Hurz
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Hurz
Newcomer


Anmeldungsdatum: 19.10.2010
Beiträge: 9
Wohnort: Hauptstadt

germany.gif
BeitragVerfasst am: 21 Okt 2010 23:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Admin,
vielen Dank für die Hurz Ergänzung. Ich kannte das nicht, verstehe aber jetzt wo es herkommt und hab schon wieder gelacht.
Ja, das passt zu mir, hurz ich habe gesprochen
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lorenz
Foren-King


Anmeldungsdatum: 19.08.2007
Beiträge: 4887
Wohnort: Middle World

greece.gif
BeitragVerfasst am: 25 Okt 2010 13:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hurz hat folgendes geschrieben:
Ja, ich kann sagen ich bin seit über 20 Jahren dabei mein "verrücktes" Menschenbild zu klären.

Ein biografisches Detail aus meinem Leben:
Ich suchte in den 80ern nach einer "alternativ lebenden" Gruppe, weil mir der übliche Kram zum Hals raus hing. (Raus aus der NAK seit '68 oder so.)
Dabei stellte ich irgendwann fest, dass das alles ziemlich seltsame Existenzen (also ganz normale Leute) waren. Mir fiel plötzlich auf, was ich da tat: Ich suchte nach einer "Gemeinschaft der Heiligen"! Klar, wo das her kam... Nach dieser Erkenntnis war die Sache mit den Landkommunen dann für mich gegessen. Hätte ich das nicht rechtzeitig geschnallt, dann hätten meine verdrehten "neuapostolischen Bedürfnisse" einen wahrscheinlich typischen "Strang" von "neurotischem Leben" ausgelöst. Verbunden mit allerlei Enttäuschungen und was weiß ich noch alles...
Shocked

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Hurz
Newcomer


Anmeldungsdatum: 19.10.2010
Beiträge: 9
Wohnort: Hauptstadt

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BeitragVerfasst am: 25 Okt 2010 16:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lorenz,
wie sieht denn "ein wahrscheinlich typischen "Strang" von "neurotischem Leben" aus?
Und... konntest Du inzwischen Deine "verdrehten Bedürfnisse" normalisieren?

Ich merke gerade, normalisieren, eigentlich würd ich sagen, so ein Quatsch. Was ist schon normal. Aber ich finde nach einem Zusammentreffen mit der NAK ist diese Frage durchaus legitim.
Hurz
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lorenz
Foren-King


Anmeldungsdatum: 19.08.2007
Beiträge: 4887
Wohnort: Middle World

greece.gif
BeitragVerfasst am: 26 Okt 2010 9:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hurz hat folgendes geschrieben:
Hallo Lorenz,
wie sieht denn "ein wahrscheinlich typischen "Strang" von "neurotischem Leben" aus?
Und... konntest Du inzwischen Deine "verdrehten Bedürfnisse" normalisieren?

Ich merke gerade, normalisieren, eigentlich würd ich sagen, so ein Quatsch. Was ist schon normal. Aber ich finde nach einem Zusammentreffen mit der NAK ist diese Frage durchaus legitim.
Hurz

Zweite Frage zuerst: Die Erkenntnis, dass ich eine "Restsehnsucht" nach einer "Gemeinschaft der Heiligen" hatte, plus die Erkenntnis, dass es keine Heiligen gibt, reichte eigentlich schon aus. Die Wirkung trat freilich nicht sofort ein. Aber der "analytische Knackpunkt" tat schon seine Wirkung. Heute würde ich sagen: Das habe ich mir "abgeschminkt".

Ein "typischer Strang von neurotischem Leben" hätte ablaufen können, wenn ich den "falschen Bedürfnissen" gefolgt wäre und z. B. irgend einer Landkommune beigetreten wäre, in der Hoffnung, da eine "Gemeinschaft der Heiligen" zu finden. All die Frustrationen, die zwangsläufige Folge gewesen wären, all die Enttäuschungen, weil die realen Personen nicht dem Bild entsprochen hätten... (Unter "neurotischem Leben" verstehe ich eins, dessen Motivation von "neurotischen Bedürfnissen" durchsetzt ist. Also z. B. von religiös-illusorischen (weltfremden) Zielvorstellungen, wie sie zumindest damals in der NAK vermittelt wurden.)

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