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Freunde aus der weltlichen Welt als Problem für NAKIs?


 
Dieses Forum ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren, schreiben oder beantworten.   Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.   printer-friendly view    http://quovadisnak.de.vu/ Foren-Übersicht -> Nichtangehörige der NAK haben ein Problem mit dieser Kirche
Frage :: Mein Kind wurde ohne mein Wissen NAK-getauft  
Autor Nachricht
Soph83
Newcomer


Anmeldungsdatum: 15.04.2010
Beiträge: 5

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BeitragVerfasst am: 15 Apr 2010 17:42    Titel: Freunde aus der weltlichen Welt als Problem für NAKIs? Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

natürlich möchte ich mich zunächst einmal vorstellen. Also mein Name ist Sophia und ich bin 27 Jahre alt. Ich selbst gehöre der römisch-katholischen Kirche an und bin in diesem Glauben fest verankert. (Obwohl auch ich sehr oft nicht einer Meinung mit dem Oberhaupt meiner Kirche bin. Aber das ist ein anderes Thema Smile )

Ich bin auf diese Seite gestoßen, weil einer meiner besten Freunde ein NAKI ist und ich das Gefühl habe, dass er damit auch seine Problemchen hat.

Wir reden oft über den Glauben und unsere Kirchen.
Er ist in seiner Kirche sehr involviert und ist daher die Hälfte der Woche damit beschäftigt, in die Kirche oder zu irgendwelchen Chorproben zu rennen.
Geburtstagsfeiern oder Treffen mit anderen Freunden sind immer wieder eine organisatorische Herausforderung, da er immer mehrere Wochen vorher bescheid haben will / muss um sich in der Kirche zu entschuldigen. Des öfteren kommt es auch vor, dass er auf einmal wegen "Krankheit" kurzfristig absagt.

Er hat mir jetzt schon einige Male gesagt, dass ihm das alles zu viel ist und er sich ernsthaft überlegt etwas weniger aktiv zu sein. Auf der anderen Seite, will er dies aber nicht wirklich, weil er sich in seiner Gemeinde sehr behütete fühlt.

Ich habe das Gefühl, dass er zwei Leben führt.
Das eine in der Gemeinde zu Hause, das andere in der Welt des Studiums. Und jedes mal wenn diese zwei Welten aufeinander treffen, weiß er nicht mehr, was er machen soll.

Dafür gibt es einige Beispiele.
Zum einen wurde ich jetzt schon einige Male von ihm zu einem Gottesdienst eingeladen, um zu sehen, wie es in seiner Kirche so abläuft. Jedes Mal wurde er aber kurz vorher krank oder etwas anderes kam dazwischen, so dass ein solcher Kirchenbesuch nie statt fand.
Zum anderen gab es auch schon Situationen, bei denen seine Freunde aus der NAK zu einer Veranstaltung (vom Studium) kamen, er aber seine beiden Freundeskreise nicht einander vorgestellt hat, sondern kramphaft versucht hat sie so weit wie möglich voneinander fern zu halten. Was soviel heißt wie: wir wurden ignoriert bis die anderen NAKIs wieder auf dem Heimweg waren.

Vielleicht kann mir jemand von euch weiter helfen, denn ich werde aus ihm nicht schlau. Kann es sein, dass er so "unter der Fuchtel" seiner Kirche steht, dass seine anderen Freunde immer wieder auf der Strecke bleiben und falls ja, warum?

LG
Soph
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lorenz
Foren-King


Anmeldungsdatum: 19.08.2007
Beiträge: 4887
Wohnort: Middle World

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BeitragVerfasst am: 15 Apr 2010 17:54    Titel: Antworten mit Zitat

Soph83 hat folgendes geschrieben:
Ich habe das Gefühl, dass er "zwei" Leben führt, dass eine in der Gemeinde zu Hause, dass andere in der Welt des Studiums. Und jedes mal wenn diese zwei Welten aufeinander treffen, weiß er nicht mehr, was er machen soll.

Hallo Soph, ja, das ist im Grunde typisch: Dieses Ingroup-Outgroup-Verhalten. Es soll angeblich heute liberaler zugehen. Ist wohl auch eine Frage von Familie bzw. den Zuständen in der jew. Gemeinde.
Früher war das noch krasser, da wurde klar unterschieden zw. dem "Wir vom Werk Gottes" und "denen von der Welt".
Ich selbst erinnere mich noch an peinliche Situationen, als ich mich in der Klemme sah: Soll ich zu den "Gotteskindern" halten oder zu den Freunden "von der Welt"? Und ich habe mich leider für ersteres entschieden... Dadurch habe ich z. B. einmal eine Person ziemlich mies verprellt...

Solche sektentypischen Verhaltens-Automatismen sind eben relativ stark.

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ulrich
Foren-King


Anmeldungsdatum: 27.07.2006
Beiträge: 2701
Wohnort: teils am See

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BeitragVerfasst am: 15 Apr 2010 21:08    Titel: Re: Freunde aus der weltlichen Welt als Problem für NAKIs? Antworten mit Zitat

Soph83 hat folgendes geschrieben:
Ich habe das Gefühl, dass er zwei Leben führt.
Das eine in der Gemeinde zu Hause, das andere in der Welt des Studiums. Und jedes mal wenn diese zwei Welten aufeinander treffen, weiß er nicht mehr, was er machen soll.


werte sophia,

ich denke dein gefühl täuscht dich nicht ... es ist oft so mit den zweierlei leben wie du empfindest. ein wirkliches problem ist, wenn du freunde aus der " welt " hast und das gespräch kommt dann irgendwann auch auf themen wie religion, wird dein freund zwangsläufug passen müssen. ... denn jeder einigermasen intelligente mensch wird Ihn, wenn er seine " floskeln ", die er laut der nak-ideologie jetzt aufsagen solltest als quer, oder anderst ausgedrückt, als etwas neben der kappe bezeichnet werden. ... und wer will das schon ? ... besonders in einem alter wo der mensch in seiner " vollen blüte " steht.

ausser natürlich man hat freunde, dehnen die religion am a.... vorbei geht wird er mit dieser thematik wenig konfrontiert. beim thema religion bleibt einem nak'ler wenn es zu glaubensfragen kommt, lediglich das täuschen, ... vertuschen, ... manipulieren, ... ignorieren und zum schluss auch noch das lügen übrig. anderst kommt ein " normalo-nakler ", in unserer zivilisierten und aufgeklärten gesellschaft nicht ohne eine " make " durchs leben.

lg
ulrich

... sei übrigens im forum hier willkommen !

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Mit einigem Geschick kann man sich aus den Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, eine Treppe bauen. ( unbekannter Autor )
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Soph83
Newcomer


Anmeldungsdatum: 15.04.2010
Beiträge: 5

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BeitragVerfasst am: 15 Apr 2010 21:28    Titel: Antworten mit Zitat

@ Ulrich
darauf habe ich nie besonders geachtet. Wenn ich aber genauer darüber nachdenke stimmt es tatsächlich, dass er sich bezüglich theologischer Fragen meistens im Hintergrund hält.
Alle außer ihm gehören entweder der evangelischen oder der katholischen Seite an und wir diskutieren des Öfteren, auch über aktuelle Themen, wie zum Beispiel die Piusbruderschaft, Verhütung, Sex vor der Ehe,...
Er gibt dann zwar auch mal seine Meinung dazu ab, aber sobald es "in die Tiefe" geht, gerade auch bei Themen wie Beginn des Reich Gottes..., macht er dicht und behauptet, dass er sich zu wenig auskennen würde. Und das obwohl er so oft in die Kirche geht!
Wirklich interessant. Vielleicht sprech ich ihn bei Gelegenheit einmal darauf an.
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ulrich
Foren-King


Anmeldungsdatum: 27.07.2006
Beiträge: 2701
Wohnort: teils am See

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BeitragVerfasst am: 15 Apr 2010 21:59    Titel: Antworten mit Zitat

Soph83 hat folgendes geschrieben:
@ Ulrich
darauf habe ich nie besonders geachtet. Wenn ich aber genauer darüber nachdenke stimmt es tatsächlich, dass er sich bezüglich theologischer Fragen meistens im Hintergrund hält.


@ Soph83

ja wie sollte er auch ... was fritzchen nicht lernt, lernt fritz nimmer mehr. ... oder aber, er lernt auch über den tellerrand zu schauen.

ansonsten was soll er theologisch beitragen ?

... wir haben apostel !
... nur durch sie kannst du in's himmelreich kommen !
... nur wenn du von einem lebenden apostel versiegelt wurdest, kannst du bei den erstlingen ( sorry nicht engerlinge ) sein !
... nur wenn du keinen gottesdienst mutwillig versäumt hast gehörst du zur brautgemeinde !
... nur wenn du den zehnten in den opferkasten legst, liegt auch reichlich segen darauf !
... nur wenn du treu im glauben warst wirst du im tausend jährigen friedensreich deinen frieden finden !
... nur wenn du zur brautgemeinde zählst, wirst du nach tausen jahren auf diese erde zurück kehren und alle nicht versiegelten seelen zum werk des herrn hinzuführen !
... nur wenn du alles, was aus dem munde des stellvertreters des herrn auf erden im glauben aufnimmst kannst du erlöst und von deinen schulden befreit werden !

balblablabla ... gute nacht !

lg
ulrich

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skywalker225
Großmeister


Anmeldungsdatum: 15.02.2010
Beiträge: 312
Wohnort: daheim

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BeitragVerfasst am: 16 Apr 2010 12:58    Titel: Antworten mit Zitat

Soph83 hat folgendes geschrieben:

Er gibt dann zwar auch mal seine Meinung dazu ab, aber sobald es "in die Tiefe" geht, gerade auch bei Themen wie Beginn des Reich Gottes..., macht er dicht und behauptet, dass er sich zu wenig auskennen würde. Und das obwohl er so oft in die Kirche geht!


Das hat mich persönlich an mir selbst immer genervt. Dass ich im Grunde festgestellt habe, dass ich überhaupt keine Ahnung habe, obwohl ich immer in die Kirche gehe und total überzeugter Christ bin. Ich frage mich im nachhinein, wie ich mir meiner Sache so sicher sein konnte, obwohl ich überhaupt keine Fakten kannte.

Sobald es eine Diskussion gab um Religion, Entstehung des Christentums und ähnliche Fakten, habe ich den Schwanz eingezogen, oder ich habe versucht das Thema umzulenken auf die emotionale Schiene: "Ja, das ist ja auch alles nicht so wichtig, wir müssen auf unser Herz hören bla bla und auf unser Gefühl und Gottes Liebe bla bla"

Irgendwie alles sehr seltsam.

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Soph83
Newcomer


Anmeldungsdatum: 15.04.2010
Beiträge: 5

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BeitragVerfasst am: 16 Apr 2010 18:36    Titel: Antworten mit Zitat

Irgendwie macht mir die ganze Sache auch etwas Angst. Da meint man einen Menschen zu kennen, aber sobald es um seine Religion und teilweise auch um die Familie geht ist Schluss.

Ich würde so gern etwas daran ändern, aber er macht dicht, sobald er es merkt. Ich glaub ich kann nicht mehr tun als für ihn da zu sein.
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skywalker225
Großmeister


Anmeldungsdatum: 15.02.2010
Beiträge: 312
Wohnort: daheim

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BeitragVerfasst am: 16 Apr 2010 19:33    Titel: Antworten mit Zitat

man bekommt schon als Kleinkind beigebracht, dass Zweifel etwas schlechtes ist und dass die Zweifler nicht beim Herrn sind. Vor allem soll man sich nicht Einflüssen ausliefern, die den Zweifel fördern könnten, denn sowas ist Sünde.
Wenn Dein Freund also merkt, dass man seine Religion hinterfragt, kommen die unterbewussten Ängste hoch, dass er zweifeln könnte. sowas äußert sich dann evtl. durch Agression oder ein typisches sich angegriffen fühlen.

was kannst du tun?

Ihn in Gesprächen immer wieder fragen, ob Du ihm sachlich ein paar Fragen zu seinem Glauben stellen darfst, ohne dass von vornherein klar ist, dass Du alles anzweifelst.

Zeige Interesse für seinen Glauben und hinterfrage vorsichtig die Inhalte und wenn er ausweicht, frage ihn, wer Dir diese Fragen beantworten könnte. Du musst ihn etwas aus der Reserve locken, aber ohne zu sagen oder auszustrahlen: Dein Glaube ist schwachsinn.

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klopfer
Newcomer


Anmeldungsdatum: 24.03.2009
Beiträge: 18

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BeitragVerfasst am: 16 Apr 2010 20:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Soph83,
ich kann Ulrich nur zustimmen, ich war als RK mit einem Nak verheiratet, am Anfang unserer Beziehung wurde mir das alles als easy verkauft, er "schwänzte" schon mal den Chor oder die Brüderstunde, wir haben 2 x Urlaub auf einer Insel gemacht, auf der es keine neuapostolische Kirche gab.
Ich habe mich natürlich intensiv mit dem neuapostolischen Glauben befasst und meine Fragen wurden dann zwar beantwortet, aber ich merkte irgendwann, dass es sich immer um die gleichen Floskeln handelte.
Ein Jahr bin ich mit zu den Gottesdiensten gegangen, habe aber schnell gemerkt, dass das ganze theologisch nicht über Vorschulniveau hinaus ging und habe es eingestellt.

Als wir dann verheiratet waren, wurde mein Freundeskreis und meine Familie ganz subtil immer weiter in den Hintergrund gedrängt.
Als Beispiel:
3 Einladungen bei meinen Eltern kurzfristig hintereinander habe ich Absagen müssen, da sich irgendein hohes Tier plötzlich angemeldet hatte und ein Ämtergottesdienst mit Apostel einberaumt wurde. Ich habe meine Eltern natürlich angelogen und was anderes erfunden.
Bei Einladungen zu meinen Freunden war er zu müde, oder er fühlte sich nicht wohl oder im Haus musste dringend etwas repariert werden usw. Nach drei Jahren war ich dann auch völlig isoliert

Ich bin sicher, dass dein Freund genauso hin-und hergerissen ist, er steht mit je einem Fuß auf einer Seite, aber bei der neuapostolischen Seite ist Ihm von jeher eine unterschwellige Angst gegenüber allem weltlichen vermittelt worden. Ihm wurde eingeimpft, allen Andersgläubigen zu misstrauen und das die Kirche in seinem Leben immer an erster Stelle zu stehen hat, bei jedem noch so kleinen Vergnügen plagt ihn wahrscheinlich das schlechte Gewissen. Dann hat er auch noch Angst mit dir zu Gottesdienst zu gehen, da er zu einen dein Urteil fürchtet und zum anderen danach von seinen Amtsrägern bedrängt wird, wann du denn nochmal mitkommst usw.

Noch heute vermittelt man kleinen Kindern, dass wenn sie lieber spielen wollen, als zum Gottesdienst zu gehen und Ihnen dann ein Unglück geschieht, der Zusammenhang ja dann wohl klar sei.

Wir hatten vor der Ehe den Deal, keine weiteren Ämter mehr, als Ihm wieder mal ein Amt aufs Auge gedrückt wurde, hat er mich über Monate angelogen um sich vor mir nicht anmerken zu lassen unter welchem Zwang er Seitens der Kirche steht.

Wenn man den Zeitraum und die Häufigkeit bedenkt (bis vor ein paar Jahren 3 x die Woche Gottesdienst, Chorstunde, Jugendstunde, Freizeiten, Brüderstunden usw. plus dem Druck der Familie) denen NAKler diesen Dogmen ausgesetzt sind, kann einen eigentlich nur das kalte Entsetzen packen.

Ich glaube, du bist schon auf dem richtigen Weg, indem du dir Informationen über die NAK beschaffst um dir dein eigenes unvoreingenommenes Bild zu schaffen
Du kannst ihn in der Tat nur helfen, indem du für ihn da bist, wenn er dich braucht, denn der Druck unter dem aktive NAKler stehen, ist für uns Aussenstehende nicht nachvollziehbar.

Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend
Klopfer
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Soph83
Newcomer


Anmeldungsdatum: 15.04.2010
Beiträge: 5

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BeitragVerfasst am: 16 Apr 2010 23:28    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank, für eure Antworten!
Je mehr ich hier herumstöbere umso mehr wird mir klar.
Wie man sicherlich bemerkt hat, liegt mir sehr viel an ihm, was wohl aber auch damit zusammenhängt, dass wir eine, naja, sagen wir nicht ganz unproblematische Freundschaft haben.

Es gab immer wieder Momente in denen wir alleine waren und wir uns sehr nahe kamen (mehr als Freundschaft). Das waren Momente, wo ich ihn von einer Seite kennenlernen durfte, die er sonst sehr gut unter Kontrolle hatte. Er war einfach er selbst, hat nicht viel nachgedacht und die Dinge einfach laufen lassen. Doch dann kam wieder das Hirn ins Spiel und er hat sich zurückgezogen.
Wenn ich ihn darauf ansprach, wich er mir aus und meinte, dass da nichts sei. In der Zwischenzeit denke ich, dass er nicht will, dass wir uns noch näher kommen, weil er weiß, dass ich mich in meinem Glauben wohl fühle, mich darin auch relativ gut auskenne und vieles auch kritisch hinterfrage.

Er fragt mich viel zu meinem Glauben und findet es wohl faszinierend, dass ich meinen Weg darin gefunden habe und mich für meinen Glauben nicht schäme bzw. mich diesbezüglich auch verteidigen kann.
Er hingegen ließ nur langsam durchsickern was Sache ist. Bis vor kurzem hatte er mittwochs immer Chorprobe, bis er sich dann mal verplappert hat und raus kam, dass er mittwochs Gottesdienst hat und die Chorprobe an nem anderen Tag ist.
Ich hab mir nicht viel dabei gedacht, aber eigentlich ist sein Verhalten echt blöd.

Er müsste in der Zwischenzeit wissen, dass ich ein toleranter Mensch bin und jedem seinen Glauben lasse. Ich diskutiere gern mit Menschen die einen anderen Glauben haben, weil ich es interessant finde. Aber vielleicht bin ich ja gerade deswegen "gefährlich"!?
Ich werd es jetzt wohl mal mit "sanfter Gewalt" probieren und ihn nicht die ganze Zeit ausweichen lassen, wobei er darin echt gut ist. Er schlängelt sich grundsätzlich durch sämtliche Probleme irgendwie durch, ohne dass man ihn zu fassen bekommt.
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gug
Foren-Queen


Anmeldungsdatum: 22.08.2009
Beiträge: 1752
Wohnort: Berlin

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BeitragVerfasst am: 17 Apr 2010 1:57    Titel: Antworten mit Zitat

was muss der für eine angst haben, wenn er sogar über den Gottesdienst lügt, dass es nur eine Chorprobe wäre. Schade!
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(John Lennon)
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lorenz
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Anmeldungsdatum: 19.08.2007
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BeitragVerfasst am: 17 Apr 2010 11:54    Titel: Antworten mit Zitat

Soph: Ja, du bist für ihn "gefährlich". Was gug über "Angst" gesagt hat, stimmt. Ich selbst habe mich in früheren Zeiten ähnlich verhalten. Es kann kaum anders sein. Blockieren ist eine innere Notwendigkeit. Gläubige Neuapostolische sind tendenziell wie Hypnotisierte: Sie zeigen eine Art kognitives Zwangsverhalten, können dabei aber gleichzeitig schlecht auf eine rationale Ebene bringen, was sie "glauben". (Es gibt hier sogar irgendwelche Threads über "trance-induzierten NAK-Glauben". Da ist durchaus was dran, das ist keine bloße Spinnerei!)

Und skywalkers Vorschlag, wie du das Gespräch "managen" könntest, ist auch gut, nämlich 1. fair und 2. erfolgversprechend. Mach das doch mal so!

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skywalker225
Großmeister


Anmeldungsdatum: 15.02.2010
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BeitragVerfasst am: 17 Apr 2010 14:06    Titel: Antworten mit Zitat

Das lesen hier im Forum hilft mir wirklich auch sehr gut, meine eigene Vergangenheit aufzuarbeiten. Jetzt wo ich das hier so verfolge, wird mir klar, wie oft auch ich gelogen habe, nur um nicht zugeben zu müssen, dass ich Mittwochs auch noch in den Gottesdienst gehe. Mir war einfach klar, dass ich dann in Diskussionen, Fragen und Gespräche verwickelt werde, denen ich nicht gewachsen war und ich hätte mich angegriffen gefühlt.

Ich hab in der Tat oft gelogen um meine NAK Aktivitäten zu vertuschen, weil es mir ein wenig peinlich war, nach außen hin zu zeigen, wie sehr ich mich der Kirche verpflichtet fühle.

Ich habe damals immer gedacht, dass es einfach an mangelndem Selbstbewusstsein liegen würde und ich kein Rückgrat hätte. ich war also auch noch sauer auf mich selbst, dass ich nicht voll hinter meinem Glauben gestanden habe.

Heute weiss ich, dass es so war, weil ich einfach nicht zu 100% überzeugt war und keine Ahnung und Argumente für eine Diskussion hatte.

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gug
Foren-Queen


Anmeldungsdatum: 22.08.2009
Beiträge: 1752
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BeitragVerfasst am: 17 Apr 2010 14:56    Titel: Antworten mit Zitat

ich habe das auch so gemacht.
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Soph83
Newcomer


Anmeldungsdatum: 15.04.2010
Beiträge: 5

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BeitragVerfasst am: 17 Apr 2010 15:22    Titel: Antworten mit Zitat

Kann es also auch sein, dass er nicht nur unserem Freundeskreis sondern auch sich selbst etwas vormacht?
Dass er ein guter Schauspieler ist, weiß ich, weil ich oft mitbekommen hab, dass es ihm nicht gut geht, er aber immer schön den Strahlemann gespielt hat. Aber dass er sich selbst was vormacht, auf die Idee bin ich bis dato nicht gekommen.

Es ist wirklich erschreckend, das alles hier zu lesen. Ich hätte nie gedacht, dass es in einer (in Deutschland) anerkannten Kirche so abgeht. Eigentlich ist das schon fast ne Art Hirnwäsche, um die Leute zu so einem Glauben zu erziehen.
Aber nach Außen hin die Bereitschaft zur Ökumene wahren, dass kann ja eigentlich auch nur als Witz verstanden werden. Die NAK würde mit kritischen Gedanken ja nicht unbedingt klar kommen. Da zieh ich doch den Hut vor meiner Religion. Da ist zwar nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, aber ich darf auf jeden Fall meine Meinung sagen.

Während unseres Studiums sind wir eigentlich dazu erzogen worden, alles kritisch zu hinterfragen. Aber anscheinend fruchtet diese Erziehung nicht in allen Lebenslagen und nicht bei jedem. Echt krass!

Kann ich eigentlich einfach so zu so nem Gottesdienst auftauchen? Das würd mich echt mal brennend interessieren, was da so erzählt wird.
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isa
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Admin


Anmeldungsdatum: 26.07.2006
Beiträge: 11712
Wohnort: Sanitz

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BeitragVerfasst am: 17 Apr 2010 15:31    Titel: Antworten mit Zitat

Soph83 schreibt:
Zitat:
......Ich hätte nie gedacht, dass es in einer (in Deutschland) anerkannten Kirche so abgeht........


Hallo Soph83,

hier muss ich mal ganz kurz einschreiten. Die NAK ist in Deutschland keine anerkannte Kirche, sondern eine christliche Sondergemeinschaft, bzw. Sekte.
Sie würden zwar gerne aus der Sektenecke rauskommen, aber durch ihren Exklusivitätsanspruch, das Entschlafenenwesen und die Heraustellung des Apostelamts werden sie wohl immer dort bleiben wo sie jetzt sind. Laughing

LG Isa Wink

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Ein Mensch wird mit vielen Persönlichkeiten geboren, und stirbt als eine Persönlichkeit.
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Katzenmutter
Meister


Anmeldungsdatum: 12.07.2009
Beiträge: 103
Wohnort: wo der Wein wächst

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BeitragVerfasst am: 17 Apr 2010 15:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo skywalker225
in deinen Worten erkenne ich mich wieder. Habe mich auch immer geschämt für mein nicht vorhandenes Rückgrat - habe immer gemeint, nur mit ginge es so.
Ich bin auch jeder Diskussion über Religion aus dem Weg gegangen und habe auch bei Nachfragen nach meiner Religionszugehörigkeit schnellstens ein anderes Thema gesucht.

so geht es einem wenn man sich mit "denen von der Welt" einläßt
Rolling Eyes Rolling Eyes Embarassed

meint die Katzenmutter
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Querdenkermicha
Forenprofi


Anmeldungsdatum: 07.01.2009
Beiträge: 99

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BeitragVerfasst am: 17 Apr 2010 21:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Soph,

klar kannst du einfach so in die Gottesdienste der Neuapostolischen Endzeitsekte gehen: Schließlich warten sie ja darauf, "das letzte Schaf um Mitternacht" zu finden, damit "Jesus" endlich wiederkommen und "die Braut heimholen" kann!
Es könnte allerdings sein, dass du zunächst häufig "Bahnhof" verstehst, da - wie hier schon angeklungen - der Glaube aus jeder Menge Floskeln besteht.
Außerdem gilt: Jedesmal, wenn von "Gott" oder "Werk Gottes" die Rede ist, solltest du wissen, dass ein gläubiger Nakler dann "NAK" versteht. Ist halt der alte Sektentrick, die eigene Organisation in religiösem Größenwahn an die Stelle Gottes zu setzen (kennste ja aus deinem eigenen Verein Very Happy )

Um dich näher mit der NAK vertraut zu machen, gibt es z.B. die Webseite von Detlef Streich (ehemaliges "hohes Tier" im NAK-Musik-Zirkus) mit einigen quasi-wissenschaftlichen Studien ("Konstitutive Merkmale der NA", "Sprachliche Mittel der mentalen Zwangsüberzeugung" etc.:
http://nak-aussteiger2010.beepworld.de/index.htm

Was deinen Freund eventuell auch ins Nachdenken bringen könnte, ist der Gesinnungswandel des ehemaligen niederländischen NAK-Apostels Gerrit Sepers. Vielleicht hat dein Freund mitgekriegt, dass er nicht mehr "im Amt" ist, aber die Gründe kennt er sicher nicht, die standen nämlich nicht in der "Prawda" (NAK-Hauspostille "Unsere Familie").
Sepers hat das System NAK durchschaut und spricht offen davon, dass für die hohen Herren der NAK die eigene Organisation "an erster bis zehnter Stelle" steht und nicht das Individuum zählt (Quelle: Sepers-Interview von 2004/05 auf www.naktuell.de, falls das Archiv bis dahin zurückreicht.)
Das dürfte deinen Freund ins Grübeln bringen, schließlich herrscht doch angeblich immer so eine tolle "Einheit im Apostelkreis"...

_________________
Und der Geist und die Braut sprechen: "Komm!" Und das Lamm spricht: "Hurz!"
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Engelchen
Foren-Queen


Anmeldungsdatum: 11.07.2009
Beiträge: 4110
Wohnort: Nachbar von Tom

BeitragVerfasst am: 17 Apr 2010 22:33    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Heute weiss ich, dass es so war, weil ich einfach nicht zu 100% überzeugt war und keine Ahnung und Argumente für eine Diskussion hatte.
(F.v.m.)
Genau das habe ich beim lesen des ersten Posts von Soph gedacht. Der Freund ist selbst nicht von seinem Glauben überzeugt und deshalb sehr unsicher damit. Die "in diese Kirche Hineingeborenen" haben auch überhaupt keine Wahl, sich von vom Glauben zu überzeugen. Von Kindesbeinen an wird einem gepredigt, was man zu glauben hat. Állein das Wort "diskutieren" hat in der NAK keinen Platz.
Ich kann den Freund gut verstehen, dass er die GD-Besuche in der Woche geleugnet hat. Ich war früher immer am Sonntagnachmittag "bei meiner Oma zum Kaffeetrinken". Ansonsten hätte ich zugeben müssen, dass ich zu der Zeit zwar in den GD ging, für die Antwort auf ein "Warum" hätte ich mich geschämt. Schließlich ging ich nicht da hin, weil ich so gerne wollte, sondern, weil man das von mir erwartet hat und ich bei Nichtbefolgen der Erwartung Weiß Gott was auf mich gezogen hätte. Davor hatte ich Angst.
Vielleicht geht dein Freund auch nicht aus eigener Überzeugung in die Kirche und hat ganz einfach Angst davor, welche Konsequenzen das Versäumen der sogen. "Segensstunden" für ihn haben könnten.

Wenn du ihn vorsichtig dazu bringen könntest, sich mit der Geschichte der NAK zu beschäftigen, wäre das ein guter Weg. Mir hat das sehr geholfen und inzwischen handel ich nur noch nach meinen persönlichen Vorstellungen.
Ich denke, wenn du ihn mit einem Besuch in seiner Kirche überraschen würdest, könntest du seine Unsicherheit schnell herausfinden.
LG
Engelchen
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klopfer
Newcomer


Anmeldungsdatum: 24.03.2009
Beiträge: 18

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BeitragVerfasst am: 18 Apr 2010 11:24    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe als nicht "betriebsblinde" Aussenstehende bei vielen Neuapostolen das Gefühl gehabt, dass sie mit vielen Dingen in ihrer Kirche nicht einferstanden sind, aber mit wem sollten sie diese Dinge diskutieren, Aussenstehende verstehen das in der Regel nicht und Insider würden es doch ihre eigenen Zweifel nicht zugeben.
Da fast immer das ganze soziale Umfeld NAK ist gibt es die Urangst aus der Gruppe ausgeschlossen zu sein, vieleicht auch nur durch leise Kritik an einer einzelnen Predigt beim falschen Glaubensbruder.
Selbst innerhalb meiner angeheirateten Familie wurde keine Kritik geübt, da meine Schwiegerelten extrem hardcore waren und die "Nachfolge" in allen Dingen für sie an erster, zweiter und hunderster Stelle stand.
Da die Gemeinden sehr straff organisiert sind und man oft seit der Kindheit in die gleiche Gemeinde geht, werden die anderen Gemeindemitglieder zu erner Art erweiterter Familie die einen geschlossenen Kreis bilden und in diesem Kreis will man weder als Einzelner in der Mitte also im Focus der Aufmerksamkeit noch auuserhalb also irnoriert werden. Also läuft das Schaf immer mit der Gruppe, komme was wolle, egal wie es im Einzelnen Aussieht.
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suppenkasper
Newcomer


Anmeldungsdatum: 20.04.2010
Beiträge: 7

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BeitragVerfasst am: 25 Apr 2010 10:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, ich bin neu hier, hab schon eine Menge gelesen und immer nach Aussagen Ausschau gehalten, die meinen Beobachtungen entsprechen. Ich bin seit einer Weile mit meiner neuapostolischen Freundin zusammen und bekomme so langsam Einblick in die Zusammenhänge, so einiges ist mir dabei aber noch unklar. Aber das finde ich schon noch raus...

Die Aussage von Klopfer, vor allem der letzte Absatz:
Zitat:
Da die Gemeinden sehr straff organisiert sind und man oft seit der Kindheit in die gleiche Gemeinde geht, werden die anderen Gemeindemitglieder zu erner Art erweiterter Familie die einen geschlossenen Kreis bilden und in diesem Kreis will man weder als Einzelner in der Mitte also im Focus der Aufmerksamkeit noch auuserhalb also irnoriert werden. Also läuft das Schaf immer mit der Gruppe, komme was wolle, egal wie es im Einzelnen Aussieht.
ist das so ziemlich Treffendste, was ich im Vergleich zu meinen Erfahrungen gelesen habe. Vielen Dank dafür!

Gruß
Kasper
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