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Leben in Ketten

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Dieses Forum ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren, schreiben oder beantworten.   Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.   printer-friendly view    http://quovadisnak.de.vu/ Foren-Übersicht -> Wer oder was bin ich? Meine Probleme beim Ausstieg aus der NAK
...weit entfernt... :: Als freier Mensch i. d. Klauen einer sektiererischen Familie  
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pourquoi_pas
Großmeister


Anmeldungsdatum: 29.09.2009
Beiträge: 274

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BeitragVerfasst am: 05 Okt 2009 6:05    Titel: Leben in Ketten Antworten mit Zitat



Seid gegrüßt,

bin absolut neu hier, obwohl ich in den letzten Tagen schon fleißig eure Beiträge gelesen habe.

Ich bin pourquoi_pas (französisch "Warum nicht?") und 20 Jahre alt.

Großgeworden bin ich in einer (wie ich inzwischen leider feststellen musste) äußerst fanatischen NAK-Familie. Bereits mit drei Jahren konnte ich alle Namen der damaligen Apostel und Bezirksapostel auswendig. Ich konnte die Hierarchie besser herunterbeten als jede/r Gleichaltrige. Natürlich war ich überall mit dabei. Mein Vater, der u.a. als Priester und Jugendleiter tätig ist, schleppte uns schon als kleine Kids mit auf die Jugendausflüge. Wie automatisch landete ich im Laufe der Zeit in Gemeindeensemble (an der Geige), Chor, Jugendputzgruuppe, Jugendchor, etc. (Meine Frage, warum ich überhaupt in der Jugendputzgruppe sei, wurde damit beantwortet, dass ich als Jugendleiter-Tochter ein Vorbild für die anderen Jugendlichen sein sollte).
Einen Gottesdienst nicht besuchen wegen einer bevorstehenden Klassenarbeit oder starken Kopfschmerzen?? Das geht nicht!!! ICH MUSSTE ES TUN, SONST WÜRDE MICH DER LIEBE GOTT NICHT SEGNEN. Kino war erst mal tabu und als ich doch einen Weg fand dorthin zu gehen bekam ich total dämliche Warnungen, die mal wieder aufzeigten, dass von Dingen gesprochen wurde, von denen sie selbst keine Ahnung hatten. An Weihnachten besuchten mein Vater und die anderen "Brüder" die "Formellen" und brachten ihnen irgendwelche NAK-Kalender. Ich hatte jedesmal Angst vor den "Formellen". Ich hatte von ihnen das Bild, von bösen Menschen, die Gott hassten etc.
Einmal entdeckte ich zufällig eine Videoaufnahme von einer Dokumentation über NAK-Aussteiger. Als meine Mutter das sah, schaltete sie sofort den Fernseher ab und sagte, das wäre nichts für mich, das wäre von den "Aussteigern" (ein noch gruseligeres Wort als "Formelle"... ich hatte als Kind regelrechte Angst, sie könnten mir eines Tages etwas antun).

Ich war ungefähr 16 Jahre alt, als mir das langsam auf den Keks ging. Durch meine psychische Erkrankung von 2006-2008 (ich möchte die Schuld nicht auf die Kirche schieben, aber möglich ist alles) hatte ich die Möglichkeit, wenigstens vorerst die Gottesdienste zu meiden (die beste Ausrede meines Lebens). Es war mein Freund (ich lernte ihn 2007 kennen), der mir half, endlich aus dem Chor, Ensemble, Jugendchor, etc. rauszukommen. 2008 fasste ich den Mut, zu verkünden, nicht mehr in die Wochengottesdienste donnerstagabends (ich habe sie gehasst!!!!! Schule bis um 17.30 uhr und dann auch noch kirche, es war eine folter!!!) zu gehen. Dabei ist zu erwähnen, dass mein Freund auch NAK ist, aber seine Eltern da deutlich lockerer sind. Trotzdem wurden er und sein jüngerer Bruder als Kinder vom Opa mit dem Pügel verschlagen, wenn sie nicht in die Kirche gingen/wollten.

In den letzten Wochen und Monaten begreife ich immer mehr, was da eigentlich gespielt wird. Ich besuche momentan keine Gottesdienste, gehe "offiziell" aber gerade in die Nachbargemeinde (meine Eltern würden mich killen, wenn sie wüssten, dass ich in Wirklichkeit bei meinem Freund bin). Mein Freund ist damit einverstanden und bleibt auch zu Hause, jedoch plagt ihn oft das schlechte Gewissen, Gott würde uns bestrafen und wir kämen in die Hölle, wenn wir nicht wenigstens 1x im Monat in der Kirchenbank säßen.
Für mich ist es inzwischen der Horror, überhaupt an die Kirche zu denken. Ich fühle mich dort irgendwie falsch, nicht dazugehörig und verräterisch, wenn ich es trotzdem tue. Natürlich habe auch ich schlechtes Gewissen, dennoch habe ich das Gefühl, mich Gott näher zu fühlen, seit ich meinen eigenen Weg zu gehen versuche.
Von einem endgültigen, offiziellen Ausstieg aus der Kirche möchte ich zunächst einmal absehen (habe Angst, dass ich es bereue), aber ich möchte trotzdem (vorerst) keinen Kontakt mehr zur NAK und in keine Gottesdienste mehr gehen. Natürlich ist es mir klar, dass die Ausrede mit der Nachbargemeinde nicht ewig funktioniert. Darum muss ich es meiner Familie (zu der das Verhältnis momentan sowieso immer schlechter wird, weil sie es wohl ahnen) wohl eines Tages sagen. Dabei ist mir natürlich bewusst, dass ich dadurch 98%ig meine Familie verlieren werde (zitat meines vaters, als ich durchsetzte, wegen übelkeit am sonntagmorgen zuhause zu bleiben: "wenn du uns keinen gefallen tust, tun wir dir auch keinen mehr!") Ich habe wahsninnige Angst!!! Am liebsten würde ich all meine Sachen packen und 1000 km wegziehen, aber das geht nicht. Ich bin Schülerin und mehr oder weniger finanziell von meinen Eltern abhängig. Ich wohne auch noch zu hause, spare aber fleißig, damit ich spätestens in 2 jahren nach meiner weiterführenden Schule mit meinem Freund zusammenziehen kann.

Ich habe oft das Bild vor Augen, mich aus den Ketten loszureißen. Trotzdem habe ich Angst! Meine ganze Familie und Verwandten sind NAK, ebenso die meines Freundes. Mein Freund hat panische Angst vor der Strafe Gottes und ich selber vor all den Bekehrungsversuchen und der Reaktion meiner Familie und all den Leuten, mit denen ich aufgewachsen bin. Ich werde so viele Menschen verlieren. Aber dennoch weiß ich, dass es nicht anders geht.

Ich bin verzweifelt! Letzte Nacht habe ich nur 4 Stunden geschlafen... oft habe ich Albträume von meinem Vater und er Kirche.

Save my soul!!!

eure pourquoi_pas
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isa
Admin
Admin


Anmeldungsdatum: 26.07.2006
Beiträge: 11712
Wohnort: Sanitz

germany.gif
BeitragVerfasst am: 05 Okt 2009 9:16    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe pourquoi_pas,

als erstes möchte ich dich natürlich hier im Forum sehr herzlich willkommen heißen.

Dein Bericht hat mich nicht nur sehr erschüttert, nein, er hat6 mich regelrecht sprachlos und wütend gemacht.
Ehrlich gesagt dachte ich, nachdem man ja auf dem Jugendtag nur junge, "freie" Menschen gesehen hat, dass das ja heute alles anders ist und ihr nicht mehr den uralten Zwängen ausgesetzt seid und dann dein Bericht hier.
Nun werden sicherlich viele Nakis sagen, das ist ein Einzelfall, denn heutzutage ist keiner mehr so fanatisch und verblendet wie hier beschrieben. Ich wage das Gegenteil zu behaupten und sage, die Meisten sind nur nach außen hin tolerant und frei, aber nach innen immer noch so erzkonservativ wie eh und je.
Liebe pourquoi_pas, der Druck der auf dir lastet iist ganz bestimmt enorm, aber dennoch hast du schon den Mut aufgebracht, dich gegen den Zwang zu stellen und ich denke mal, du wirst es auch ganz schaffen.
Deine Seele schreit ja richtig nach Befreiung und Neubeginn.
Da du ja, wie du schreibst, nur neuapostolische Bekannte hast, solltest du vielleicht auch mal ganz vorsichtig deine Fühler in die Welt der "Weltmenschen" ausstrecken, um dir dort auch einen kleinen Bekanntenkreis aufzubauen. In der Zwischenzeit wirst du sicher auch bemerkt haben, dass diese Menschen keine schlechteren Menschen sind.
Zum Glück bist du noch jung und hast, wie man so schön sagt, das Leben noch vor dir. Ich bin ganz sicher, dass du es schaffen wirst, dich von diesen Ketten zu befreien.

Soviel erst mal dazu, später mehr.

LG Isa Wink

_________________
Ein Mensch wird mit vielen Persönlichkeiten geboren, und stirbt als eine Persönlichkeit.
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lorenz
Foren-King


Anmeldungsdatum: 19.08.2007
Beiträge: 4887
Wohnort: Middle World

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BeitragVerfasst am: 05 Okt 2009 9:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo pourquoi_pas, und willkommen!

Etliches von dem, was du schilderst, kommt mir so verdammt bekannt vor, dass ich Schweißausbrüche beim Lesen bekomme. Obwohl es schon 40 Jahre her ist! Offenbar hat sich - trotz aller angeblichen "Weichspültendenzen" in der NAK - im Grundsatz wenig geändert...

Noch zum Verständnis: Wer sind die "Formellen"?

_________________
Warum sollte Gott einen Teil von sich auf die Erde schicken, um ihn von einer antiken Besatzungsmacht hinrichten zu lassen, nur um den Menschen ihre Sünden vergeben zu können, für die er doch als Allmächtiger obendrein selbst verantwortlich wäre? - Empfehlung: ==> http://www.bibelkritik.ch/
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Katzenmutter
Meister


Anmeldungsdatum: 12.07.2009
Beiträge: 103
Wohnort: wo der Wein wächst

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BeitragVerfasst am: 05 Okt 2009 13:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lorenz

die "Formellen", sind Geschwister die nicht mehr kommen, aber noch in den Büchern geführt werden.
Bei uns hießen sie Jahreskunden - mit einem Unterton....
weil sie vielleicht nur noch zu Weihnachten kamen.
Grüßle von der Katzenmutter
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lorenz
Foren-King


Anmeldungsdatum: 19.08.2007
Beiträge: 4887
Wohnort: Middle World

greece.gif
BeitragVerfasst am: 05 Okt 2009 13:47    Titel: Antworten mit Zitat

Danke, der Ausdruck war bei uns dunnemals nicht üblich.

pourquoi_pas hat folgendes geschrieben:
"wenn du uns keinen gefallen tust, tun wir dir auch keinen mehr!") Ich habe wahsninnige Angst!!!

An den Spruch (vielleicht nicht wörtlich) kann ich mich auch erinnern! Und auch an die Angst...

Halt durch, vieles geht ganz von selbst!

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Tom
Großmeister


Anmeldungsdatum: 10.09.2009
Beiträge: 297
Wohnort: In der Nachbarschaft von Engeln

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BeitragVerfasst am: 05 Okt 2009 15:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo pourquoi_pas,

Dein Beitrag (mir fehlen die Worte und ich musste weinen) hat mich wütend, traurig und verzweifelt gemacht. Ich bin zwar kein Aussteiger und gehe, da ich in die NAK geboren wurde, nach wie vor, wenn ich aufgrund meines Wechseldienstes Zeit habe, auch in die Kirche. Das ist so ca. 2 x im Monat. Ein entschlossenes Auftreten, ein klares nein z.B. zu Familienbesuchen hat mir eine wundervolle Ruhe vor Leuten verschafft, von denen man hier teilweise mit Grausen liest. Meine Tochter ist 4 Jahre älter als Du und als sie mit ca. 15 Jahren sagte, dass sie nicht mehr zur Kirche gehen wollte, war das für uns das Normalste der Welt. Entsprechende Fragen von AT's wurden entsprechend deutlich beantwortet. Dauerhafte Ruhe war die Folge. Ich finde es schrecklich, dass Eltern ihre Kinder und die Familie aufgeben und sie mit der damit verbundenen Angst vor irgendwelchen Konsequenzen (z. B.: "du kommst in die Hölle" - Leben wir etwa noch im Mittelalter?) in psychische Krankheiten oder sogar in die Selbsttötung treiben. Solche Menschen sind für mich nicht besser als Kinderschänder.
Ich wünsche Dir für den Weg, den Du jetzt gehst, alles Gute und viel Kraft. Deinem Freund sag bitte, er braucht sich keine Angst machen, es gibt keine Hölle.

Gruß Tom
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lorenz
Foren-King


Anmeldungsdatum: 19.08.2007
Beiträge: 4887
Wohnort: Middle World

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BeitragVerfasst am: 05 Okt 2009 17:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, ich kann mich noch gut daran erinnern, wie eine Klassenkameradin (Angehörige einer anderen "Freikirche") mal glaubhaft berichtete, dass ihre Eltern es WIRKLICH ihr überlassen hätten, ob sie konfirmiert werden möchte oder nicht! Ich war damals derart neidisch auf sie, und ich spürte sehr deutlich, in welcher unmöglichen Sekte ich da steckte.

Jedes Kind und jede(r) Jugendliche hat das Recht, religiös unangetastet zu bleiben!
Jedes Kind und jede(r) Jugendliche hat das Recht, religiös unangetastet zu bleiben!
Jedes Kind und jede(r) Jugendliche hat das Recht, religiös unangetastet zu bleiben!

Ab 14 ist man im übrigen uneingeschränkt religionsmündig! Ich dachte immer, die Neuapostolen würden sich an die Gesetze halten?
Dann gibt es da noch den Artikel 14 der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen. Der fordert die Vertragsstaaten dazu auf, das Recht des Kindes auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit zu achten!

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pourquoi_pas
Großmeister


Anmeldungsdatum: 29.09.2009
Beiträge: 274

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BeitragVerfasst am: 05 Okt 2009 17:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lieben,

erst mal vielen Dank für die zahlreichen Antwortbeiträge und eure Unterstützung. Ich bin so froh, den Schritt gewagt zu haben, mich hier anzumdelden (auch wenn ich ständig auf der Hut sein muss, dass meine Eltern es nicht zufällig entdecken).

Zitat:
Da du ja, wie du schreibst, nur neuapostolische Bekannte hast, solltest du vielleicht auch mal ganz vorsichtig deine Fühler in die Welt der "Weltmenschen" ausstrecken, um dir dort auch einen kleinen Bekanntenkreis aufzubauen.


Zum Glück habe ich in meiner neuen Schule (Berufskolleg Fremdsprachen) nette "Weltmenschen" kennengelernt. Es war aber nie so, dass ich mich nur mit NAKlern getroffen hätte. Es ist einfach nur meine Familie und Verwandtschaft komplett NAK. Freunde habe ich leider nur wenige, das liegt an meiner sozialen Phobie. Aber ich bin wie gesagt gerade dabei, neue Freundschaften zu knüpfen.

Wisst ihr, ich frage mich einfach folgendes: es sind (meines Wissens nach) ca. 11 Millionen Menschen auf der Welt neuapostolisch. Die Welt hat aber 6,8 Milliarden Menschen. Da kann es doch nicht sein, dass diese 11 Mio sagen, sie wären "von Gott auserwählt" und der Rest macht nur Scheiße. Was glaubt ihr denn, was die Muslime oder Juden sagen? Für die ist auch ihre Religion richtig und die Christen kommen alle in die Hölle. Sollte eine Religion nicht etwas sein, das AUFBAUT und nicht ERDRÜCKT??

freundlichst,
pourquoi_pas

_________________
"Du musst auf dein Herz hör'n!
Hör wie es schlägt, wie es fleht, wie es schreit.
Hör wie es lebt, wie es lacht, wie es weint."

Quid est veritas?
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lorenz
Foren-King


Anmeldungsdatum: 19.08.2007
Beiträge: 4887
Wohnort: Middle World

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BeitragVerfasst am: 05 Okt 2009 18:25    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Sollte eine Religion nicht etwas sein, das AUFBAUT und nicht ERDRÜCKT??

Naja... Ich würde stark vermuten, dass die Zahl derer, die von Religion unterdrückt (z. T. erdrückt) wurden, in der Vergangenheit viel größer war als die Zahl derer, die von ihr aufgebaut wurden. Auch das Christentum kam nicht immer so "nett" daher wie es das heute muss, um nicht ganz zu verschwinden.
Aber du hast natürlich recht, wenn du dich dagegen wehrst, von Religion unterdrückt zu werden. Im Grunde ist die Menschheit inzwischen (mit den Menschenrechten) so weit, dass sie zumindest solche Sorten von Religion als Abscheulichkeiten verurteilen kann! Siehe das o. g. Recht des Kindes auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit in der UN-Kinderrechtscharta. Das ist viel weiter entwickelter Humanismus als das, was in gewissen christlichen "Sümpfen" immer noch üblich ist.

Zitat:
ca. 11 Millionen Menschen auf der Welt neuapostolisch. Die Welt hat aber 6,8 Milliarden Menschen.

Natürlich! Was die NAK auszeichnet, ist schlicht u. einfach die Arroganz der Dummheit. Einfach Augen und Ohren zuhalten und gar nicht registrieren, was es da an "Konkurrenz" so gibt. Ich kann mich an mindestens eine neuapost. Predigt erinnern, in der das Bild der 3 Affen (nix sehen, nix hören, nix sagen) zum "Leitgedanken" gemacht wurde. Nach dem Motto: Im Glauben stark sein dadurch, dass man die Anfechtungen des Teufels gar nicht erst an sich heran lässt...
Es ist ja derart läppisch, und dennoch wirkt sowas...

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pourquoi_pas
Großmeister


Anmeldungsdatum: 29.09.2009
Beiträge: 274

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BeitragVerfasst am: 06 Okt 2009 5:51    Titel: Antworten mit Zitat

Ich danke euch sehr, für eure lieben Einträge. Ich hätte das niemals erwartet. Ich war mein Leben lang der Meinung, Aussteiger wären böse Menschen, die mich als NAKler verteufeln, etc. Und jetzt? Jetzt sind sie die Einzigen, denen es genauso geht wie mir.

Trotzdem wächst meine Angst ständig. Ich traue mich einfach nicht, vor den Vorsteher hinzustehen und zu sagen "Ich mag nimmer!". Ganz zu schweigen von meinen Eltern... das wird eine Katastrophe. Mein Freund meint, ich sollte es so lange wie möglich hinauszögern, weil ich ja das Taschengeld brauche (wir haben beide Angst, dass ich nach meinem "Outing" keinen Cent mehr bekomme, was eine Katastrophe wäre - durch meine weiterführende Schule bin ich dermaßen eingespannt, dass ich nicht auch noch einen Job suchen kann). Überhaupt haben wir Angst, meine Eltern könnten mich rauswerfen.

Das Schlimmste ist aber, die Angst vor ihrer Reaktion. Werden sie ausflippen? Weinen? Flehen? Durchdrehen? Mich mit ewigem Schweigen strafen? Versuchen, mich zu überreden, zu bekehren?

Kennt ihr das Gefühl, genau zu wissen, dass ihr eurer Familie das Herz nicht nur brechen, sondern in Tausend Stücke zerreissen MÜSST? Es ist schrecklich.

Doch es muss sein. Ich habe plötzlich das Gefühl, ein Leben lang eine Lüge gelebt zu haben. Ich habe so fest daran geglaubt und vertraut. Es war ein Teil meines Lebens. Ein zugegeben großer Teil. Und das jetzt aus mir rauszureißen ist schwerer, als ich mir das vorgestellt habe.
Diese Fassungslosigkeit ist gigantisch - ich erfahre hier so viele Dinge, die ich nie geglaubt hätte, wenn man sie mir ein, zwei Jahre früher erzählt hätte...

so muss mich jetzt für die schule richten!

liebste grüße
pourquoi_pas

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stumi
Meister


Anmeldungsdatum: 01.09.2009
Beiträge: 106
Wohnort: Europa

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BeitragVerfasst am: 06 Okt 2009 6:48    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe pourquoi_pas,

den Kerker der Angst in dem du steckst kann ich mir gut vorstellen.

Aber "Angst frist Seele!"

Wenn du noch Wochen oder gar Monate mit dem seelischen Druck lebst, wirst du erst seelischen und dann körperlichen Schaden nehmen.

Ich kann die nur den Rat geben, rede schnellst möglich mit Deinen Eltern.
Die Unehrlichkeit, die du richtigerweise der Sekte NAK vorwirfst, mußt du dir sonst selbst vorwerden lassen.

Nur um des finanziellen Vorteils willen, spielst du deiner Umwelt und speziell deinen Eltern eine verlogene Rolle vor. Das stehst du auf Dauer nicht durch.

Ferner muss jeder Mensch irgendwann einmal auf eigenen Beinen stehen und sich von der Familie auch wirtschaftlich abkoppeln. Dies wäre doch jetzt die optimale Gelegenheit?

Gott gibt doch den Seinen was sie benötigen, unabhängig von Ihrer Religion.

Hab einfach mehr Vertrauen in dich und die Welt.

Klar wirst du dich den Fragen und guten Ratschlägen, den Drohungen und Weinkrämpfen der Familie und deinen nak-Bekannten stellen müssen. Aber das wirst du so oder so tun müssen. Momentan schiebst du den Showdown nur auf.

Was passiert wenn du mit der Schule fertig bist und z.B. nicht sofort Arbeit findest. Wieder bist du von den Zahlungen deiner Eltern abhängig. So geht es immer weiter.

Viele Grüße
Stumi
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lorenz
Foren-King


Anmeldungsdatum: 19.08.2007
Beiträge: 4887
Wohnort: Middle World

greece.gif
BeitragVerfasst am: 06 Okt 2009 9:16    Titel: Antworten mit Zitat

pourquoi_pas hat folgendes geschrieben:
Kennt ihr das Gefühl, genau zu wissen, dass ihr eurer Familie das Herz nicht nur brechen, sondern in Tausend Stücke zerreissen MÜSST? Es ist schrecklich.

Ja, das kenne ich, wenn es auch schon ein paar Jährchen her ist. Aber meine Eltern haben das überstanden!
Sag dir, dass das nicht DEINE Schuld ist. Du beanspruchst nur dein Recht auf Selbstbestimmung!

Vielleicht solltest du nicht allzu lange warten mit der Aufklärung deiner Eltern. Denn damit würdest du nur die Spannung noch mehr aufstauen. Diese aufgestaute Spannung macht ja auch viel Angst! Vielleicht kannst du da ein bisschen dosieren? Also nicht alles auf einen Schwapp rüberlassen sondern deine Eltern Stück für Stück daran gewöhnen, dass du eine eigenständige Person bist? Der Rat deines jugendlichen Freunds, das möglichst rauszuzögern ist falsch. Abgesehen davon, dass er ein verlogenes, opportunistisches Verhalten vorschlägt (vielleicht sogar unfair deinen Eltern gegenüber??), steigert er bei dir nur Spannung und Angst.

Ich habe es damals intuitiv richtig gemacht: Nichts versteckt sondern von Anfang an meine Zweifel "veröffentlicht". Das gab zwar auch Blut und Tränen, - aber keine große "Explosion".

Was ist das für eine komische Religion, die in Konsequenz solches Übel anrichtet, nur weil ein(e) Jugendlich(er) sein Recht auf Eigenständigkeit wahrnimmt! Zum Teufel mit der NAK!

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Querdenkermicha
Forenprofi


Anmeldungsdatum: 07.01.2009
Beiträge: 99

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BeitragVerfasst am: 06 Okt 2009 19:23    Titel: Antworten mit Zitat

pourquoi_pas hat folgendes geschrieben:
Trotzdem wächst meine Angst ständig. Ich traue mich einfach nicht, vor den Vorsteher hinzustehen und zu sagen "Ich mag nimmer!". Ganz zu schweigen von meinen Eltern... das wird eine Katastrophe. [...]
Das Schlimmste ist aber, die Angst vor ihrer Reaktion. Werden sie ausflippen? Weinen? Flehen? Durchdrehen? Mich mit ewigem Schweigen strafen? Versuchen, mich zu überreden, zu bekehren?

Kennt ihr das Gefühl, genau zu wissen, dass ihr eurer Familie das Herz nicht nur brechen, sondern in Tausend Stücke zerreissen MÜSST? Es ist schrecklich.


Hallo pourquoi_pas,

herzlich willkommen im Forum der Abgefallenen!
Ich muss sagen, es haut mich um, was du hier schreibst. Ich dachte bis eben, dass solche Erfahrungen eher typisch für die Bischoff-Geschädigten und deren Kinder sind. Es macht mich einfach fassungslos.

Weißt du was: Wenn du es einfach nicht mehr aushältst, hilft vielleicht ein Gespräch mit einer Sektenberatung weiter - auch wenn die selbst konfessionell gebunden sind und den Christentums-Quatsch in verdünnter Form glauben.
Da ich vermute, dass du in Bayern daheim bist, hilft dir evtl. diese Liste hier weiter:
http://www.beratung.weltanschauungsfragen.de/Sektenberatung/Beratung-Muenchen-Bayern.html

Ansonsten kann ich dich nur ermutigen, so schnell wie möglich aus dieser NAK-Spießerhölle von Elternhaus auszuziehen, vielleicht ließe sich da tatsächliche eine seelische Notlage oder so was geltend machen und eine Mietbeihilfe herausholen, das sollten die in der Sektenberatung wissen.

Möglicherweise kann dir auch die Klinik Heiligenfeld in Bad Kissingen weiterhelfen, die sind auf religiöse Störungen spezialisiert.
http://www.heiligenfeld.org/heiligenfeld/index.php?option=com_content&task=view&id=244&Itemid=240

Ansonsten kann ich dich beruhigen: Wenn du hartnäckig an dir arbeitest und die NAK-/Religions-Thematik versuchst, rational zu durchdringen, dann kann dir kein Sekten-Spinner mehr Angst einjagen, es ist wirklich eine Frage der Zeit.
Ich weiß noch, wie ich im wahrsten Sinn gezittert habe vor den Gesprächen mit Vorsteher und Ältesten damals Mitte der 1990er.

Falls du ungestört längere Texte ausdrucken/am PC lesen kannst, wäre http://griess.st1.at/streich/default.htm die erste Adresse für dich.
Es handelt sich um mehrere quasi wissenschaftliche Ausarbeitungen u.a. zu den sprachlichen Mitteln zur mentalen Zwangsüberzeugung in der NAK, erstellt von Detlef Streich, einem Ex-Naki.

Ich wünsche dir viel Kraft und die richtigen Menschen, die dich und deinen Freund unterstützen und aufbauen auf eurem Weg in euer eigenes Leben.

_________________
Und der Geist und die Braut sprechen: "Komm!" Und das Lamm spricht: "Hurz!"
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jedro
Foren-King


Anmeldungsdatum: 01.02.2008
Beiträge: 1384
Wohnort: Nordwestdeutsche Tiefebene

macau.gif
BeitragVerfasst am: 06 Okt 2009 19:37    Titel: Antworten mit Zitat

Habe gestern hier schon gelesen...konnte aus zeitlichen Gründen nicht antworten..

Also erstmal auch von mir ein herzliches Willkommen Wink

zum anderen...in welchem Bundesland...falsch...welcher Bezirk ist das denn? Deine Situation und pers. Umfeld erinnern mich stark an die hier im Forum geposteten Erlebnisse aus den 50/60igern Jahren...dachte, das solche Hardcore-Nakis so langsam ausgestorben sind...

Wie stumi es schon richtig beschrieb...irgendwann sollte man schon auf den eigenen Beinen stehen...nur...das Problem bei Dir ist Dein Schulbesuch...sprich, Du bist finanziell von Deinen Eltern abhängig. Ausziehen wäre natürlich ne Maßnahme...aber wie wäre dann Dein Lebensunterhalt sicher gestellt? Deine Eltern sind Dir zum Unterhalt verpflichtet...aber würde das für ne erste eigene Bude ausreichen? Harz IV könntest Du beantragen...aber was dabei rumkommt ist ne andere Sache...

Drück Dir auf jeden Fall die Daumen...

_________________
Korn

Groetjes
dat Jedro :)
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pourquoi_pas
Großmeister


Anmeldungsdatum: 29.09.2009
Beiträge: 274

germany.gif
BeitragVerfasst am: 06 Okt 2009 19:48    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
das Problem bei Dir ist Dein Schulbesuch...sprich, Du bist finanziell von Deinen Eltern abhängig. Ausziehen wäre natürlich ne Maßnahme...aber wie wäre dann Dein Lebensunterhalt sicher gestellt? Deine Eltern sind Dir zum Unterhalt verpflichtet...aber würde das für ne erste eigene Bude ausreichen? Harz IV könntest Du beantragen...aber was dabei rumkommt ist ne andere Sache...


Genau das ist die traurige Wahrheit. Glaubt mir, würde ich eine Ausbildung machen und Geld verdienen, dann wäre ich schon längst ausgezogen (deshalb sage ich ja, sobald die schule 2011 fertig ist und ich eine ausbildungsstelle in der tasche habe, bin ich wech).

wohnen tue ich in Baden-Württemberg. Mit Harz IV udn Co. wird's schwierig, da mein Vater zuviel verdient (darum auch kein Bafög, etc.).
Einen Job neben der schule kann ich vergessen. Ich bin froh, endlich mal wieder etwas struktur in mein leben bekommen zu haben (die jahre nach der realschule waren ein ziemliches chaos). ich möchte die schule gut abschließen und muss dafür hart arbeiten, da ist nicht auch noch Zeit für einen Job drin. :-( Ich überweise ja schon monatlich einen Betrag auf mein Sparbuch, damit das auch wirklich klappt mit dem Ausziehen 2011.

Ach Leute, was mach ich nur? Ich hab solche Angst und mein Freund auch. Wir haben Angst, von meiner Familie verstoßen zu werden. Dabei war es nicht meine Entscheidung, neuapostolisch zu werden :-(

liebe grüße
pourquoi_pas

PS: das mit der sektenberatung ist ne gute idee.. müsste da aber mal was in richtung ulm suchen... weiß nicht, obs da sowas gibt :-(

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jedro
Foren-King


Anmeldungsdatum: 01.02.2008
Beiträge: 1384
Wohnort: Nordwestdeutsche Tiefebene

macau.gif
BeitragVerfasst am: 06 Okt 2009 23:20    Titel: Antworten mit Zitat

Ohje...und war mir irgendwie auch klar...dat Saur-Ländle...

Solltest Du einen eigenen Hausstand haben interessiert dem Gesetzgeber das Einkommen Deines Vaters nicht...

_________________
Korn

Groetjes
dat Jedro :)
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pourquoi_pas
Großmeister


Anmeldungsdatum: 29.09.2009
Beiträge: 274

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BeitragVerfasst am: 07 Okt 2009 5:45    Titel: Antworten mit Zitat

jedro hat folgendes geschrieben:

Solltest Du einen eigenen Hausstand haben interessiert dem Gesetzgeber das Einkommen Deines Vaters nicht...
Nicht? Ich dachte immer, der muss dann für mich aufkommen oder sowas..
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Uncle_Zic
Foren-King


Anmeldungsdatum: 31.08.2007
Beiträge: 1811
Wohnort: Berlin

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BeitragVerfasst am: 07 Okt 2009 12:09    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ach Leute, was mach ich nur? Ich hab solche Angst und mein Freund auch. Wir haben Angst, von meiner Familie verstoßen zu werden. Dabei war es nicht meine Entscheidung, neuapostolisch zu werden :-(

Hallo p_p

Vielleicht solltest du in die Offensive gehen und die NAK in die Pflicht nehmen.

Wenn du einem AT, dem du vertrauen kannst oder wenigstens sympathisch findest, erzählen würdest, dass du raus willst, aber befürchten musst, verstoßen zu werden, würde ich es als seine Aufgabe ansehen, dass er sich dafür einsetzt, dass so etwas nicht passiert.

Er hat nach meinem Verständnis - und natürlich auch nach dem Selbstverständnis der NAK, wenn man sie beim Wort nimmt, Nächstenliebe, auch für die "schwarzen Schafe" und so - die Pflicht, als Seelsorger deinen Verwandten ins Gewissen zu reden, so dass sie erkennen, dass deine selbstverantwortliche Glaubensentscheidung sie als Christen nicht veranlassen dürfte, mit dir zu brechen. Im Gegenteil, sie hören doch immer, dass sich der Hirte gerade um das weggelaufene Schaf besonders liebevoll bemüht.

Vielleicht zu schwierig, weil du gleichzeitig deine NAK-Abneigung und die daraus resultierenden Probleme ansprechen müsstest. Aber vielleicht gibt es irgendwie doch die Möglichkeit, dir von AT's oder wenigstens von befreundeten "Geschwistern" deiner Eltern Rückendeckung zu holen.

Vielleicht könntest du sogar jemanden von außerhalb für diese Aufgabe mobilisieren, was weiß ich, einen gutmeinenden evangelischen Pfarrer z.B., der erst mal die AT's für dein Problem sensibilisiert. Muß ja nicht gleich deinen Namen nennen.

Dann gibt's natürlich noch die Möglichkeit der schleichenden Gewöhnung. Hier ein bißchen Kritik äußern, da mal nicht mitgehen, aber immer zeigen, dass man deswegen nicht gleich Streit haben will.

...nur mal als Anregungen, was nich geht, geht nich.

Grüße
Uncle Zic
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lorenz
Foren-King


Anmeldungsdatum: 19.08.2007
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BeitragVerfasst am: 07 Okt 2009 15:12    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn du deinen Eltern die Gesetzeslage erklärst (s. oben), dann müsste das doch eine Wirkung haben. Du bist RELIGIONSMÜNDIG! Deine Eltern haben sich diesbezüglich aus deinen Angelegenheiten herauszuhalten!

Eigentlich müssten Neuapostolen doch den Anspruch an sich haben, wenigstens die Gesetze zu achten, oder nicht?

Zitat:
10. Glaubensartikel:
Ich glaube, dass ich der weltlichen Obrigkeit zum Gehorsam verpflichtet bin, soweit nicht göttliche Gesetze dem entgegenstehen.

Quelle: NAK-Glaubensbekenntnis
==> http://www.nak.org/de/glaube-kirche/glaubensbekenntnis/

Stehen der Religionsmündigkeit etwa "göttliche Gesetze" entgegen???
Behaupten das die Neuapostolen???
Ich glaube nicht, bei meiner Konfirmation wurde auf meine Religionsmündigkeit sogar hingewiesen.

Also bitte! Notfalls kannst du sogar mit dem Staatsanwalt drohen! Da würde zwar nicht viel passieren, aber allein die Drohung wiegt nicht leicht... Wink Das würde in der Öffentlichkeit einen schönen Wirbel machen. Und das in einer Zeit, wo der Stampfapostel Leber gerade aus der Sektenecke heraus will...

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motzer
Großmeister


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Beiträge: 326

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BeitragVerfasst am: 07 Okt 2009 18:35    Titel: Antworten mit Zitat

lorenz hat folgendes geschrieben:
Wenn du deinen Eltern die Gesetzeslage erklärst (s. oben), dann müsste das doch eine Wirkung haben. Du bist RELIGIONSMÜNDIG! Deine Eltern haben sich diesbezüglich aus deinen Angelegenheiten herauszuhalten!

Da kommt mir die alte Regel auf den Geist: "So lang, wia Du Deine Fiaß onder onsra Disch hängsch..." Confused

(Für Nicht-Saurländer: Solange Du Deine Füße unter unseren Tisch hängst...)

motzer
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Schnoogele
Foren-Prinz


Anmeldungsdatum: 27.07.2006
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BeitragVerfasst am: 07 Okt 2009 19:07    Titel: Antworten mit Zitat

Du musst eines bedenken: Wenn deine Eltern dich lieben dann tun sie das auch wenn du ihnen sagst dass du nicht mehr in die NAK gehen wirst.
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lorenz
Foren-King


Anmeldungsdatum: 19.08.2007
Beiträge: 4887
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BeitragVerfasst am: 08 Okt 2009 10:53    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Solange Du Deine Füße unter unseren Tisch hängst...

Den Spruch habe ich seinerzeit auch genau einmal von meinem Vater gehört, im Zusammenhang mit der Tatsache, dass ich der Apfel war, der ganz weit vom NAK-Baum gefallen war...

Aber da muss man durch. Heute habe ich zu meinem Vater ein gutes, wenn auch problematisches Verhältnis. Es bröckelt halt jedesmal, wenn das Gespräch auf ein Thema kommt, das irgendwie in den religiösen Bereich ragt. Dann gibt es Aufregung. Aber sowas kommt eben von sowas. Eine Religion, die es im Programm hat, andere Menschen der eigenen Richtung "anzufügen", tendiert nun mal zu der hier besprochenen Form von Gewalt.

Und das alles unter dem verlogenen Deckmantel der "Religion der Liebe"!
Aber auch Osama Bin Laden ist ein sanftmütiger und liebevoller Mensch (das ist belegt!) - zu denen von seiner eigenen Sorte. Die von der anderen Sorte werden abgeschlachtet.
Gut und böse, Gott und Teufel, Himmel und Hölle, Gläubige und Häretiker...
Und wenn du nicht dran glaubst, dann wirst du dran glauben!

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pourquoi_pas
Großmeister


Anmeldungsdatum: 29.09.2009
Beiträge: 274

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BeitragVerfasst am: 08 Okt 2009 17:42    Titel: Antworten mit Zitat

hallöchen,

erst mal vielen dank für eure weiteren Beiträge, Tipps und Hilfen.

Das mit der Religionsmündigkeit habe ich meinem Vater auch schon oft gesagt. Ich habe gesagt, es sei doch meine Entscheidung. Da ist er fuchsteufelswild geworden (ist jetzt ca. 2 Monate her) und hat geschrien, wenn ich sagen würde, dass es meine Entscheidung sei, das hieße das für ihn, dass er "sein Maul halten soll". Er ist dann irgendwann stinksauer aus meinem Zimmer gerannt und hat die Tür hinter sich zugeknallt.

Huch gestern hatte ich den Schock meines Lebens. Der Vorsteher war im Haus! Hat wohl meinen Vater besucht! Ich bin total erschrocken als ich plötzlich seine Stimme gehört habe. Ich hab plötzlich totale Panik bekommen (es war so gegen 21.30 Uhr) und bin sofort in mein zimmer gerannt und hab mich ins bett gelegt und das licht ausgemacht, falls der auf die (dumme) idee kommen sollte, mit mir zu reden.
ich habe ihm vor einem guten Monat nämlich versprochen (nicht unbedingt freiwillig) dass er mal einen Besuch bei meinem Freund (mit mir) machen darf... oh Gott, aber da dachte ich noch nicht ans aussteigen, hatte noch nicht den Mut dazu!! Jetzt will ich es natürlich nicht mehr, aber mein Vorsteher ist meines Wissens nach total hartnäckig.
Eine Gleichaltrige aus meiner Gemeinde kommt auch nicht mehr in die Kirche (seit ca. einem halben Jahr) und ihre Mutter auch nicht. Sie hat mir mal erzählt, er würde ständig Briefe an sie schicken, dass es "ihn schmerzt" und irgendwelche Geschwister würden versuchen, sie zu bekehren.

Das wäre für mich der totale Horror! Oh man scheiße, wo bin ich da nur reingeraten??? Warum mussten meine Großeltern nur zur NAK wechseln?? Wären sie doch katholisch bzw. evangelisch geblieben!!!! Sad

mfg
pourquoi_pas

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Schnoogele
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Anmeldungsdatum: 27.07.2006
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BeitragVerfasst am: 08 Okt 2009 22:13    Titel: Antworten mit Zitat

Befreie dich endlich aus deinem Gefängnis. Die Tür ist offen, aber hinausgehen musst du selber.
Du kannst dich nur allein befreien.
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Joachim
Gast





BeitragVerfasst am: 08 Okt 2009 22:18    Titel: Antworten mit Zitat

Schnoogele hat folgendes geschrieben:
Befreie dich endlich aus deinem Gefängnis. Die Tür ist offen, aber hinausgehen musst du selber.
Du kannst dich nur allein befreien.


Mehr weißt du nicht?

Danke Klasse.
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gug
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BeitragVerfasst am: 09 Okt 2009 3:15    Titel: Antworten mit Zitat

Das Problem ist doch: wie kann sie aus dem Elternhaus ausziehen und sich abnabeln und trotzdem ihren Lebensunterhalt sichern.

Gerade in dem Alter ist man noch nicht routiniert selbständig. Inbesondere wenn ein brüllender Vater noch Eindruck schinden kann, braucht sie Tipps mit Hand und Fuß.

Ich weiß für diese -Lebenslage nicht viel, aber ich weiß von einem Anwalt, dass die Eltern tatsächlich unterhaltspflichtig sind, wenn sie sich eine eigene Wohnung sucht.

Hartz bekommt man nur, wenn es besondere Härten gibt ( Mißhandlung, Alkoholsucht der Eltern o.ä). Wie weit Sektenzugehörigkeit als Härte zählt müsste man bei den Sektenbeauftragten oder einem spezialisierten Rechtsanwalt erfragen. Vielleicht lesen ja unsere ehemaligen Foris, die RA sind, mit und können sich noch einmal einklinken?

Ggf Links hierher setzen, von Vereinen/Institutionen/Selbshilfegruppen, die konkret weiterhelfen können?

Eventuell gibt es auch noch Möglichkeiten, das Elternhaus "sozial verträglich" zu verlassen, z.B. indem man sich eine (Spezial-)Ausbildung in einem anderen Ort sucht?

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lorenz
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BeitragVerfasst am: 09 Okt 2009 13:00    Titel: Antworten mit Zitat

gug hat folgendes geschrieben:
Ich weiß für diese -Lebenslage nicht viel, aber ich weiß von einem Anwalt, dass die Eltern tatsächlich unterhaltspflichtig sind, wenn sie sich eine eigene Wohnung sucht.

Meines Wissens muss man glaubhaft machen, dass das Verhältnis zu den Eltern zerrüttet ist, dann zahlt erstmal das (Jugend-)Amt für den Unterhalt. Evtl. holt es sich die Knete dann wieder bei den Eltern, kommt drauf an, ob die schuld sind an dem Zustand.

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gug
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Anmeldungsdatum: 22.08.2009
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BeitragVerfasst am: 09 Okt 2009 13:27    Titel: Antworten mit Zitat

nein, während der ersten Ausbildung sind sie unterhaltspflichtig, egal ob sie Schuld haben oder nicht, wenn das Kind auszieht. nach Abbruch einer Ausbildugn sind sie dann befreit von der Pflicht. Aber da sollte man einen Rechtsanwalt fragen, damit man keine Fehler macht.

Vom Jugendamt halte ich persönlich sehr wenig. Die verwalten bloß das Elend. Die haben weder die Ausbildung noch die Zeit, was zu bewegen. Möglicherweise kann man die zur Zusammenarbeit hinzuziehen, wenn es um Bescheinigungen oder so geht, aber ansonsten würde ich mich lieber an Fachleute wenden, die die Problematik kennen.

Das öffentliche Bewusstsein ist beim Thema Sekten-NAK bei fast 0!

Aber die Links weiter oben von Querdenkermicha helfen wahrscheinlich auch in diesen Fragen weiter. Bzw. dort kennt man einen, der einen kennt...

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pourquoi_pas
Großmeister


Anmeldungsdatum: 29.09.2009
Beiträge: 274

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BeitragVerfasst am: 11 Okt 2009 19:30    Titel: Antworten mit Zitat

Schnoogele hat folgendes geschrieben:
Befreie dich endlich aus deinem Gefängnis. Die Tür ist offen, aber hinausgehen musst du selber.
Du kannst dich nur allein befreien.


Tja.. das sagst du so einfach. Is halt nicht so leicht, als Zwanzigjährige die ganze Familie zu verlieren... mein Opa hat mich heut auch schon wieder drauf angesprochen, ich solle "den lieben Gott nicht vergessen". Oh man, ich fühle mich so falsch, so undankbar...

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isa
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BeitragVerfasst am: 11 Okt 2009 19:42    Titel: Antworten mit Zitat

pourquoi_pas hat folgendes geschrieben:

............... Oh man, ich fühle mich so falsch, so undankbar...


Hi pourquoi_pas,
ich kann mir das ganz gut vorstellen, denn man will ja eigentlich auch loyal und ehrlich der Familie gegenüber sein, aber leider geht es nicht immer so konsequent.
Du musst kein schlechtes Gewissen haben, oder das Gefühl undankbar zu sein, denn die NAK und das ganze drumherum ist nicht lebenswichtig. Wenn du dich ohne das alles wohlfühlst, so brauchst du dir nichts gegenteiliges einreden zu lassen, denn es ist dein Leben ganz allein und das zu leben kann dir weder Gott noch dein Opa oder deine Mama abnehmen. Jeder ist seines Glückes Schmied und in diesem Fall trifft es auch uneingeschränkt zu, denn nur du kannst und darfst bestimmen, was du willst und was dir gut tut. Lass dich nicht zu Dingen zwingen und missbrauchen, die deiner Gesundheit und deinem Leben zuwider sind.
Ich weiß, es ist sehr schwer, aber sei froh, dass deine Chance schon jetzt da ist, jetzt am Beginn deines erwachsenen Lebens.

Ich drücke dir ganz fest die Daumen.

LG Isa

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